München (dpa) - Führungs-Krise bei den Münchner «Löwen», Unruhe bei Union, Hochrisiko-Spiel in Dresden - vor dem 2. Zweitliga-Spieltag spielt «König Fußball» nur eine Nebenrolle.

Beim TSV 1860 bleibt Dieter Schneider Präsident, doch der Machtkampf an der Vereinsspitze dürfte weitergehen. Union Berlin macht an mehreren Fronten Negativschlagzeilen - und in Dresden versetzt das brisante Ostderby zwischen Dynamo und Hansa Rostock die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft. Für den sportlichen Höhepunkt der zweiten Runde soll am Montag das Duell der Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt und FC St. Pauli sorgen.

Beim 1. FC Union Berlin sorgen vor dem Heimauftakt am Samstag gegen die SpVgg Greuther Fürth gleich mehrere Geschichten für große Unruhe: die umstrittene Vergangenheit von Präsident Dirk Zingler, die Klage von Ex-Manager Christian Beek gegen seinen Rauswurf und ein Strafbefehl gegen Torwart Marcel Höttecke, der Polizisten beleidigt und an eine Hauswand gepinkelt haben soll.

«Ich hoffe auf eine tolle Kulisse und die dementsprechende Unterstützung. Damit die negative Berichterstattung und der ganze Müll, der im Moment über uns ausgekippt wird, dann auch wieder in den Hintergrund geraten», sagte Trainer Uwe Neuhaus auf einer Pressekonferenz.

Der TSV 1860 München erwartet zum ersten Heimspiel am Samstag gegen den Karlsruher SC den Investor Hasan Ismaik in der Allianz Arena. Es dürfte ein frostiges Wiedersehen werden, denn angeblich sind Ismaik und Präsident Schneider heftig zerstritten. Ein offener Brief von Ismaik an die Fans und Schneiders Entschluss, im Amt zu bleiben, sorgen vor der brisanten Aufsichtsratssitzung vorerst für Ruhe. Ismaik, der die Sechziger vor der finanziellen Pleite rettete, strebt aber angeblich mehr Macht und Einfluss im Profibereich an.

In Dresden hofft man gegen Rostock auf ein ähnlich friedliches Derby wie am vorigen Freitag in Cottbus. Dennoch werden am Sonntag mehrere hundert Polizeibeamte das Duell der Aufsteiger absichern. Mit Kontrollen bereits bei der Anreise will die Dresdner Polizei nach eigenen Angaben frühzeitig mögliche gewaltbereite Gruppierungen identifizieren. Darüber hinaus werden die Einsatzbeamten Personengruppen offen ansprechen, umso mögliche Konflikte nicht erst entstehen zu lassen.

Auch Frankfurt wird von der Debatte um Fangewalt nicht verschont. Die Eintracht hat den Chaoten im eigenen Lager den Kampf angesagt und will mit einem Verhaltenskodex Randale wie zuletzt in der Bundesliga verhindern. Beim Top-Spiel gegen St. Pauli müssen die Frankfurter für die Entgleisungen der Vergangenheit zahlen: Am Montag dürfen nur 14 000 Fans ins Stadion. «Neben dem Image- entsteht uns dadurch auch ein gewaltiger finanzieller Schaden», sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen.