München (dpa) - Die Chaos-Tage beim TSV 1860 München haben ein vorläufiges Ende gefunden. Präsident Dieter Schneider hat sich entschieden, im Amt zu bleiben.

«Dieter Schneider wird weiterhin federführend mit der Unterstützung von Präsidium und Aufsichtsrat diesen Prozess begleiten und auch die entsprechenden Gremiumssitze einnehmen», teilten Schneider sowie die beiden Vize-Präsidenten Franz Maget und Wolfgang Hauner in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Eine angebliche Rücktrittsdrohung von Schneider auf der Aufsichtsratssitzung am 15. Juli hatte die Führungskrise bei den Sechzigern ausgelöst. Diesbezügliche Meldungen hatte der 64-jährige Unternehmer aber umgehend als «Gerüchte» dementiert.

Die angeblichen Irritationen zwischen dem Investor Hasan Ismaik bezeichnete Schneider als «einen Anpassungsprozess, bei dem am Anfang nicht alles rund läuft». Präsidium und Aufsichtsrat seien optimistisch, dass dieser Prozess letztendlich zu einem für beide Seiten - und damit für den Verein - positiven Ergebnis geführt werden kann.

Nach den Turbulenzen der letzten Tage sorgte auch ein Offener Brief von «Löwen»-Investor Ismaik für Annäherung der offenbar zerstrittenen Lager. In dem von seinem Münchner Statthalter Hamada Iraki am Donnerstag an die Fans geschickten Schreiben zeigte sich der jordanische Unternehmer von den Berichterstattungen und Anschuldigungen in den letzten Tagen irritiert.

Ismaik versicherte, dass er sich in die internen Angelegenheiten des Vereins nicht einmische und sich um den Erhalt der Identität und Tradition von 1860 bemühe. Der Multi-Millionär, der den Traditionsclub nach eigenen Angaben mit 18,4 Millionen Euro vor der finanziellen Pleite gerettet hat, schrieb weiter: «Ich kann Euch bestätigen, dass wir noch nie - weder intern noch extern - einen Rücktritt von Herrn Schneider gefordert haben. Die Machtverhältnisse waren und sind für uns nicht von Bedeutung, da wir nur gemeinsam den Erfolg für 1860 erreichen können.»

Der Machtkampf in der für den Profibereich zuständigen Kommanditgesellschaft dürfte mit Schneiders Entschluss und Ismaiks Brief aber noch nicht zu Ende sein. Der Jordanier und sein Team streben offenbar nach mehr Einfluss im Verein. Ismaik hält 49 Prozent (plus 11 Prozent stimmlose Anteile) der Kommanditgesellschaftsanteile bei den Sechzigern.