Berlin (dpa) - Kurz vor dem Urteil im FIFA-Korruptionsskandal gegen Mohamed bin Hammam hat der ehemalige Präsidentschaftskandidat seine angebliche Vorverurteilung scharf kritisiert.

Es gebe keine Zweifel, dass «in gewissen Kreisen eine Kampagne angezettelt wurde, die sicherstellen soll, dass ich schuldig gesprochen und vom Fußball ausgeschlossen werde, bevor meine Anhörung überhaupt begonnen hat», schrieb der vorläufig suspendierte Spitzenfunktionär aus Katar auf seiner Homepage.

Bin Hammam wird vorgeworfen, Stimmen für seine letztlich gescheiterte Wahl zum FIFA-Chef gekauft zu haben. Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes (FIFA) untersucht den Fall und will am 23. Juli nach einer zweitägigen Sitzung eine Entscheidung bekanntgeben.

«Warum hatte es die Ethikkommission so eilig, mich vor der Präsidentenwahl zu suspendieren und begann erst danach nach Beweisen zu suchen, ob ich schuldig bin oder nicht?», erklärte bin Hammam weiter. «Und warum wurde ich nicht wie die anderen behandelt, die nach Angaben der Ethikkommission Geschenke erhalten haben?» Bevor die ganzen Vorwürfe «fair» aufgearbeitet werden können, seien «vertrauliche Informationen bewusst an Medienvertreter weitergeleitet worden», um Politik zu machen.

Bin Hammam wird vorgeworfen, gegen den Ethikkodex der FIFA verstoßen und Anfang Mai versucht zu haben, Funktionäre der karibischen Fußball-Union (CFU) mit Geldgeschenken in Höhe von jeweils 40 000 Dollar zu bestechen. Am 29. Mai, drei Tage vor der FIFA-Präsidentenwahl, war er von der Ethikkommission suspendiert worden. Auch über Bestechungsvorwürfe gegen die ebenfalls vorläufig suspendierten CFU-Mitglieder Debbie Minguell und Jason Sylvester wird die Ethikkommission beraten.

Laut eines internen Berichts der Ethikkommission, aus dem englische Medien zitierten, soll es «erdrückende» Beweise für Geldgeschenke bin Hammams geben. Der Beschuldigte hat alle Vorwürfe bisher stets bestritten. In seinem Blog verurteilte der 62-Jährige, ein FIFA-Spitzenfunktionär habe den Medien gesteckt, «dass bin Hammam lebenslang gesperrt wird».

Trotz aller Versuche, «meinen Namen zu beschmutzen», trotz aller «Vorurteile und fehlender Fairness» hoffe er auf eine gerechte Anhörung an diesem Freitag. Er wolle versuchen, seinen Namen zu säubern.