Straßburg (dpa) - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Meinungsfreiheit heute mit einem Urteil gestärkt: Demnach verstößt die fristlose Kündigung einer Arbeitnehmerin wegen der Veröffentlichung von Missständen bei ihrem Arbeitgeber gegen die Menschenrechtskonvention. Im konkreten Fall hatte eine Berliner Altenpflegerin ihren Arbeitgeber, den Klinikbetreiber Vivantes, des Betrugs beschuldigt. Vivantes habe zu wenig Personal und sei deshalb nicht in der Lage, die Bewohner eines Pflegeheims ausreichend zu versorgen. Daraufhin war der Frau fristlos gekündigt worden.