Frankfurt/Main (dpa) - Ein neues Hilfspaket für Griechenland und weitere Schritte zur Eindämmung der Euro-Schuldenkrise haben am Freitag Gewinne am deutschen Aktienmarkt ausgelöst.

Sie bröckelten im Handelsverlauf zwar etwas ab, dennoch rettete der Dax ein Plus von 0,50 Prozent auf 7326,39 Punkte ins Wochenende. Nach vier freundlichen Handelstagen stand schließlich ein positives Wochensaldo von 1,4 Prozent zu Buche. Der MDax rückte um 0,54 Prozent auf 10 886,75 Punkte vor und der TecDax gewann 0,35 Prozent auf 848,48 Punkte.

«Die positive Stimmung, die der Rettungsgipfel für Griechenland ausgelöst hatte, wurde zum Börsenstart an der Wall Street von negativen US-Quartalsbilanzen überschattet», begründete Analyst Gregor Kuhn von IG Markets die bröckelnden Kurse. Der weltgrößte Baumaschinenhersteller Caterpillar hatte die Gewinnerwartungen verfehlt und Microsoft hatte mit seinen Umsätzen enttäuscht.

Während in den USA der Dow Jones daher um 0,3 Prozent nachgab, verbuchten die technologielastigen Nasdaq-Indizes zum europäischen Handelsschluss leichte Gewinne. In Europa jedoch legte auch der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, den vierten Tag in Folge zu und schloss um 0,34 Prozent höher bei 2772,60 Punkten. Auf Wochensicht zog der Index vor allem dank der stark erholten Finanztitel um 3,6 Prozent an. Die Leitbörsen in Frankreich und Großbritannien gingen ebenfalls mit einem Plus ins Wochenende.

Einigen deutschen Finanztiteln, die vortags noch deutlich von ersten Signalen für eine europäische Einigung profitiert hatten, ging nach Anfangsgewinnen die Luft aus. Lediglich die Aktien der Commerzbank stiegen um weitere 2,58 Prozent auf 2,821 Euro und waren damit auf Wochensicht größter Dax-Gewinner mit einem Plus von rund 13 Prozent. Die Papiere der Deutschen Bank fielen um 0,36 Prozent auf 38,695 Euro. Moderate Gewinne hingegen verbuchten die Titel der Allianz und der Munich Re.

Favorit im Dax war das Papier von Adidas mit plus 3,46 Prozent auf 54,96 Euro. Auslöser war eine erneute Bekräftigung der Jahresziele des Sportartikelherstellers und eine positive Studie der Deutschen Bank.

Dagegen gehörten die Aktien von Bayer und BASF zu den Verlierern und gaben geringfügig nach. Beide Unternehmen konkurrieren im Agrochemiebereich mit dem Schweizer Saatgut- und Pflanzenschutzmittel-Hersteller Syngenta, dessen Zahlen den Markt enttäuschten.