Mit dem weitreichenden Hilfspaket sorgten die Euro-Staaten vorerst für Ruhe an den Finanzmärkten. Der Euro schoss in die Höhe und stabilisierte sich am Freitag bei der Marke von 1,44 Dollar.

Ungeachtet aller Bemühungen will die Ratingagentur Fitch griechische Staatsanleihen wie angekündigt herabstufen und kurzfristig von einem «beschränkten Kreditausfall» (Restricted Default) ausgehen. Fitch begründete das mit der beschlossenen Beteiligung privater Gläubiger.

In Griechenland sorgten die Beschlüsse des Krisengipfels für Erleichterung: Die Eurogruppe habe den Märkten, die einen «asymmetrischen Krieg gegen den Euro führen», eine klare Antwort gegeben, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos in Athen und versprach, dass sein Land den Sparkurs fortsetzen werde.

Der Brüsseler Beschluss geht weit über das Problem Griechenland hinaus. Das bisherige Kriseninstrumentarium wurde ausgebaut, um die Euro-Währung zu stabilisieren und einen Flächenbrand zu verhindern.

Der Krisenfonds wird zwar nicht aufgestockt, kann aber unter anderem künftig vorbeugend Geld bereitstellen, falls Länder in Gefahr geraten. Außerdem kann der EFSF jetzt auch zum Ankauf von Staatsanleihen genutzt werden.

Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) wertete das Paket als Beleg für die Handlungsfähigkeit Europas. Sein Parteikollege, Außenminister Guido Westerwelle forderte mehr Haushaltsdisziplin in der EU.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sprach sich für mehr Kontrolle der Staatshaushalte aus: «Wir fordern einen Quantensprung in der wirtschaftlichen Aufsicht im Euro-Raum», sagte er der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag). Zudem mahnte er eine bessere Überwachung der Finanzpolitik an. Es müsse künftig möglich sein, «einem Land, welches verabredete Korrekturen nicht einhält, Maßnahmen aufzuerlegen».