Athen (dpa) - Das neue Rettungspaket für Griechenland steht - und vor allem die Länder im Süden Europas reagieren mit Erleichterung und Zuversicht.

Zur Entscheidung des Euro-Gipfels kommentierte die Athener Zeitung «Ta Nea»: «Unsere Partner haben uns nicht den Rücken zugedreht, als wir einen Schritt vor der Zahlungsunfähigkeit waren.» Die Griechen müssten nun ihren Beitrag leisten und «selbst wollen, dass sie gerettet werden».

Premier Giorgos Papandreou kündigte eine Zeitenwende an: «Griechenland wird sich ändern. Es ist der einzige Weg, damit unsere Kinder nicht wieder die tödliche Bedrohung der Schulden erleben.» Der von den Eurostaaten beschlossene «Marshallplan» stelle nur einen Schritt auf dem Weg dar. Papandreou forderte seine Landsleute auf, die Reformanstrengungen intensiv zu unterstützen.

Finanzminister Evangelos Venizelos betonte, die Regierung müsse den Kampf gegen Steuerhinterzieher fortsetzen und Privatisierungen vorantreiben.

Das konservative Boulevardblatt «Eleftheros Typos» titelte: «Rettungsring für Griechenland.» Kritischer äußerte sich die linke Zeitung «Eleftherotypia». Griechenland werde «den Geldwucherern für 30 Jahre übergeben», titelte das Blatt.

In Italien, das zuletzt wegen der hohen Staatsverschuldung ins Visier der Finanzmärkte geraten war, wurde das Rettungspaket begrüßt. Der europäische Krisenfonds sei vom einfachen Komparsen zum Protagonisten auf der Eurobühne avanciert, schrieb die Wirtschaftszeitung «Il sole 24 ore». Die linksliberale «La Repubblica» aus Rom bewertete die geplanten Milliardenhilfen für Griechenland als «ein klares Zeichen an die Märkte».

Politik und Wirtschaft in Italien, das nach Griechenland den höchsten Schuldenstand der Eurozone aufweist, hielten sich eher bedeckt. Die Turiner Tageszeitung «La Stampa» zitierte Regierungschef Silvio Berlusconi mit den Worten: «Wir haben auch ein Urteil über uns erhalten.»