Wiesbaden (dpa) - Gut für den Spargel, schlecht für die Erdbeeren: Das ungewöhnlich warme und trockene Wetter zum Frühjahrsanfang hat den deutschen Spargelbauern eine Rekordernte beschert.

Der Erdbeeranbau litt dagegen unter der Trockenheit und unter Spätfrösten zur Blütezeit im Mai, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Unterdessen rechnet der Deutsche Bauernverband in einigen Regionen mit einer deutlich schlechteren Getreideernte als sonst üblich.

Die Spargelernte übertraf mit durchschnittlich 5,5 Tonnen je Hektar die bisherige Bestmarke von 2009. Die Erdbeerernte lag nach ersten Schätzungen mit 10,8 Tonnen je Hektar um etwa 6 Prozent unter dem Sechsjahresschnitt. Einen geringeren Ertrag gab es nach Angaben der Statistiker zuletzt 2004. Die Zahlen aus dem verregneten Juli lagen noch nicht vor.

Besonders gut fiel die Ernte des Stangengemüses mit 6,0 Tonnen je Hektar in diesem Jahr in Thüringen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hessen aus. Bei den Erdbeeren lagen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen vorn. Dort wurden geschätzt 12,0 Tonnen je Hektar gepflückt.

Angaben über die diesjährigen Anbauflächen lagen noch nicht vor. Im vergangenen Jahr wuchs Spargel in Deutschland auf einer Fläche von 22 900 Hektar. Erdbeeren wurden auf 13 400 Hektar geerntet.

Die bedeutendsten Spargelländer waren 2010 Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, die zusammen auf mehr als die Hälfte der Anbaufläche für das Edelgemüse kamen. Auch bei den Erdbeeren waren Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen neben Baden-Württemberg und Bayern mit zusammen 74 Prozent der Anbaufläche ganz vorne.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fürchtet, dass in diesem Jahr nur 41 Millionen Tonnen Getreide geerntet werden. Im Vorjahr waren es noch 44 Millionen Tonnen. Bei erntereifem Getreide könne es durch den vielen Regen jetzt auch Einbußen bei der Qualität geben, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, der «Passauer Neuen Presse» (Freitag).