Nürburgring (dpa) - Sotschi ruft: Timo Glock hat vorzeitig einen neuen langfristigen Vertrag beim Formel-1-Team Marussia Virgin unterzeichnet. Wenige Stunden vor dem Heimrennen auf dem Nürburgring gaben der Wersauer und der Rennstall mit russischer Lizenz die Verlängerung bekannt.

«Für mich war und ist das eine sehr, sehr gute Option», sagte Glock, der sich seit anderthalb Jahren im Marussia-Virgin-Wagen allerdings im hinteren Teil des Feldes herumschlägt.

Ziel des Teams ist es, 2014 bei der russischen Formel-1-Premiere in Sotschi um die Top 5 mitzufahren. Das sei natürlich sehr optimistisch, meinte Glock, der es in diesem Jahr nicht einmal bis in die zweite Runde der Qualifikation schaffte. «Man muss sich optimistische Ziele setzen und darauf hinarbeiten. Wenn ich mir für drei Jahre das Ziel setze, Zehnter zu werden, kann ich es ja ruhig angehen lassen», betonte Glock.

Nach dem Formel-1-Aus von Toyota war er als Geburtshelfer zum damals neuen Virgin-Team gewechselt. Leicht waren die vergangenen 18 Monate in dem Hinterzügler-Team nicht, gebracht haben sie dem sympathisch-bodenständigen Odenwälder dennoch einiges. «Wenn man auf Deutsch gesagt durch so viel Scheiße zusammen gegangen ist, wie wir in den vergangenen anderthalb Jahren, wächst man ganz anders zusammen», betonte Glock, ehemaliger GP2-Champion, der bereits 2004 seine beeindruckende Formel-1-Premiere mit Platz 7 hatte. Gleichwohl war für den damaligen Jordan-Ersatzfahrer nach vier Rennen wieder Schluss.

Der gelernte Gerüstbauer kennt das Auf und Ab im Motorsport. Mit Marussia Virgin soll der Weg nach dem holprigen Start nun dank der technischen Zusammenarbeit mit McLaren geradewegs Richtung Sotschi führen. Die Vertragsverlängerung mit Glock sei ein weiterer bedeutsamer Schritt in den Plänen von Marussia Virgin, betonte Hauptgeschäftsführer Andy Webb. Es habe auch keinen Grund für ihn gegeben zu zocken, sagte Glock angesichts des frühen Zeitpunkts der Vertragsverlängerung. «Klar kannst Du immer diskutieren, warum so früh? Für mich gab es aber keinen Grund, lange zu warten», sagte Glock.