Shanghai (dpa) - Bronze für Paul Biedermann und die Freistil-Staffel der Frauen - der WM-Auftakt der Beckenschwimmer konnte sich sehen lassen. Biedermann strahlte nach einer nicht von allen erwarteten Medaille. Freundin Britta Steffen erschrak über sich selbst.

Biedermann freute sich weltmeisterlich, Steffen war angesichts ihrer mauen Zeit ratlos. Mit zwei Medaillen zum Auftakt haben die deutschen Beckenschwimmer bei der WM in Shanghai die Verbands-Vorgabe zu einem Drittel bereits erfüllt. Zwar hatte sich neben Steffen auch das Herren-Quartett mehr als «nur» Platz sieben erhofft, dennoch zog Bundestrainer Dirk Lange ein positives Fazit. «Insbesondere Paul Biedermann hat der gesamten Mannschaft einen guten Drive gegeben. Seine Bronzemedaille war nicht notwendigerweise unbedingt erwartet worden.»

Titelverteidiger Biedermann musste sich in einem packenden Rennen über 400 Meter Freistil nur den Asiaten geschlagen geben und wusste: «Mehr war nicht drin.» In 3:44,14 Minuten war Biedermann so schnell wie noch nie seit dem Verbot der High-Tech-Anzüge. Olympiasieger Park Taehwan aus Südkorea siegte in 3:42,04 vor dem chinesischen Lokalmatadoren und Weltjahresbesten Sun Yang, der 3:43,24 Minuten benötigte. Nur mit der zehntbesten Zeit des Jahres war Biedermann nach China gereist, doch schon als Gesamtdritter aller Vorläufe ließ er aufhorchen.

«Das ist meine beste Bronzemedaille bis jetzt. Ich weiß, was ich künftig zu tun habe: noch mehr zu trainieren», sagte Biedermann. Eine Last schin von ihm abgefallen zu sein. Und seine Freundin Britta Steffen lobte ihn für den starken Auftritt. «Paul war super, hat er richtig gut gemacht, ich bin sehr stolz auf ihn», sagte die Olympiasiegerin.

Ihre Kolleginnen freuten sich über Bronze in der Freistil-Staffel, Britta Steffen saß mit bitterer Miene daneben auf dem Stuhl. Zu enttäuscht war sie über ihre Leistung als Startschwimmerin über 4 x 100 Meter. «54,51 Sekunden - damit bist du nur Mittelklasse, damit kannst du nicht mal mehr ins Finale zu kommen. Deswegen wird es schon schwer, den Schritt über den Zwischenlauf ins Finale zu tun...», sagte sie mit besorgtem Blick auf ihr Einzelrennen am Wochenende. Beim Blick auf ihre Zeit habe sie gedacht: «Ich hab' mich verguckt, oh Gott Britta, was ist das.»

Steffen übergab nur als Dritte, dann aber hielten Silke Lippok, Lisa Vitting und Schlussschwimmerin Daniela Schreiber Bronze fest. Der Sieg ging an Titelverteidiger und Olympiasieger Niederlande vor den USA. Die Amerikaner kamen auch in der Herren-Staffel mit einem noch nicht in Goldform schwimmenden Superstar Michael Phelps nicht über Platz drei hinaus. Über 4 x 100 Meter schlug Australien vor Frankreich an. Die DSV-Staffel mit Markus Deibler, Benjamin Starke, Christoph Fildebrandt und dem Weltjahresbesten Marco Di Carli wurde Siebter. Im Vorlauf hatte das Quartett in 3:14,23 Minuten einen deutschen Rekord aufgestellt.

In einem Finale ohne deutsche Beteiligung gewann Italiens Schwimm-Diva Federica Pellegrini erneut die 400 Meter Freistil in 4:01,97 vor Olympiasiegerin Rebecca Adlington aus Großbritannien.