Berlin (dpa) - Viele halten Amy Winehouse schon jetzt für eine Legende. Nicht so Musik-Experte Frank Laufenberg. Sie sei zwar eine hervorragende Sängerin gewesen - aber mehr auch nicht, sagt er.

Der deutsche Moderator und Musikexperte Frank Laufenberg findet den Tod der Soul-Sängerin Amy Winehouse wenig überraschend. Mit der Nachrichtenagentur dpa sprach der 66-Jährige über die Bedeutung ihrer Musik, ihre Weigerung, sich helfen zu lassen und das rätselhafte 28. Lebensjahr - viele Musikgrößen starben mit 27. Die Leiche der Sängerin war am Samstag in ihrer Wohnung im Norden Londons gefunden worden.

Waren Sie auch so wenig überrascht über den Tod von Amy Winehouse wie manche?

Laufenberg: «Ja. Das ist zu erwarten gewesen, sagen wir es so. Und jemand, der ja seinen größten Hit damit hatte, dass er sagt "Ich werde eine Reha auf jeden Fall nicht antreten", der muss eigentlich damit rechnen, dass er irgendwann die Konsequenzen davon zu tragen hat. Im Grunde genommen ist das Leben von Amy Winehouse eine ausgesprochen traurige und tragische Angelegenheit. Ein Mensch mit so vielen Qualitäten, der hätte noch so viele Dinge bewegen können. Und dann so abzustürzen, das ist schon wirklich eine traurige Sache - und da sieht man einfach, was der Alkohol anrichten kann.»

Sie ist ja nicht die Einzige, die gerade mit 27 stirbt.

Laufenberg: «Ja, es gibt ja sozusagen den Fluch der 27er. Das ist eine ganz interessante Sache, dass viele bekannte Musiker mit 27 Jahren gestorben sind. Ich kann mich noch erinnern: Ganz am Anfang meiner Karriere als Rundfunkmoderator habe ich eine erste Sendung gemacht über Jimi Hendrix, nachdem der mit 27 Jahren gestorben war. Und kurz danach war eine Sendung über Janis Joplin, die ebenfalls mit 27 gestorben ist. (...) Vielleicht ist das für einen sensiblen, kreativen Menschen so eine Grenze, dass er sagt "Ich sehe einfach keine Chance mehr in der Zukunft, ich bin am Zenit meines Schaffens und setze dem ein Ende".»

Was hat denn Amy Winehouse für die Musik bedeutet?