Shanghai (dpa) - Die deutschen Beckenschwimmer haben mit teils starken Vorlauf-Leistungen Hoffnungen auf einen guten WM-Start geweckt.

Die 4 x 100 Meter-Freistil-Staffel der Männer unterbot in 3:14,23 Minuten den ein Jahr alten deutsche Rekord von 3:15,97 Minuten klar und zog mit dem Weltjahresbesten Marco Di Carli als sechstschnellstes Quartett in den Endlauf ein. Die Damen um Olympiasiegerin Britta Steffen unterstrichen als viertschnellstes Team ihre Medaillen-Ambitionen.

Titelverteidiger Paul Biedermann zeigte ebenfalls eine starke Vorstellung und schaffte es als drittschnellster ins Finale. «Ich habe die letzten 100 Meter nicht so gemacht, wie ich sie eigentlich drauf hab'», sagte ein zufriedener Biedermann. Der 24-Jährige erreichte seine schnellste 400-Meter-Zeit nach Verbot der High-Tech-Anzüge. Nur bei seinem Titel von Rom 2009 war er im Vorlauf und Finale schneller. Schnellster in den Vorläufen von Shanghai war der Weltjahresbeste Sun Yang aus China in 3:44,87. Deutlich langsamer als Biedermann schwammen Europameister Yannick Agnel (Frankreich) und Olympiasieger Park Taehwan (Südkorea).

Für den Endlauf erwartet ein gut gelaunter Biedermann, dass alle acht Schwimmer «volle Pulle» gehen. «Hier gibt es überhaupt keine Taktik mehr. Wer die beste Form hat, wer am besten trainiert ist, gewinnt das Rennen.» Clemens Rapp verfehlte in 3:51,07 das nicht erwartete Finale.

Der deutsche Rekord der Männer-Freistil-Staffel soll noch nicht das letzte Wort sein. «Wir haben sichere Wechsel gemacht. Lieber kein Risiko als draußen», sagte Startschwimmer Di Carli. Weltrekordlerin Britta Steffen ließ es als Starterin der Frauen-Staffel in 54,86 Sekunden sehr ruhig angehen. «Das war nur ein Einschwimmen», sagte sie entspannt, das habe «Null» zu bedeuten.

Kurzbahn-Weltrekordler Steffen Deibler kam über 50 Meter Schmetterling problemlos als Fünfter weiter. Vorlaufschnellster war in 23,26 Sekunden Cesar Cielo. Der Brasilianer durfte nach einer positiven Dopingprobe erst durch ein Schnellurteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS starten. «Ich bin sehr glücklich, hier zu sein», sagte Cielo und mochte über das Doping-Thema nicht wirklich reden.

Im deutschen Ausschwimmen um einen Platz in der Lagenstaffel hatte Hendrik Feldwehr das bessere Ende für sich. Über 100 Meter Brust erreichte der Essener in 1:00,70 Minuten als 14. das Halbfinale, der über 200 Meter stärker einzuschätzende Wuppertaler Christian scheiterte in 1:01,26 Minuten als 22. Bester war der norwegische Olympia-Zweite Alexander Dale Oen. Nach den Anschlägen in seiner Heimat brach der Europameister in der Interviewzone in Tränen aus.