EZB warnt: Umschuldungsdebatte bedroht weitere Krisenstaaten

Berlin (dpa) - Nach der Krise ist vor der Krise: Die Europäische Zentralbank befürchtet dramatische Ansteckungsgefahren in der Eurozone nach der Umschuldungsdebatte um Griechenland. Die Bundesbank versetzten die Beschlüsse des Eurogipfels in Alarmstimmung: Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnte vor einer Transferunion und schwindender Haushaltsdisziplin in Europa. Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte zu Geduld mit der Regierung in Athen. «Ich finde, Griechenland hat auch eine Chance verdient», sagte sie. EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi warnte in der «Welt am Sonntag», die Beteiligung der Banken an dem Rettungspaket werde dazu führen, dem europäischen Steuerzahler noch mehr Risiken aufzubürden.

Ackermann-Nachfolge auf Zielgerade? Aufsichtsrat tagt

Frankfurt/Main (dpa) - Seit Wochen wird um die Nachfolge von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gerungen - an diesem Dienstag (26. Juli) könnte der Aufsichtsrat die Weichen stellen. Aus Kreisen des Kontrollgremiums hieß es zuletzt, die Personalie werde bei der Sitzung auf jeden Fall diskutiert. Favorisiert wird - auch in der Bank - eine Doppelspitze. Dabei gilt Anshu Jain als gesetzt, als oberster Investmentbanker der «Geldmacher» des Dax-Konzerns. Viele wollen an der Seite des 48-jährigen Inders Deutschlandchef Jürgen Fitschen (62) sehen. Zugleich wächst der Wunsch, Ackermann (63) möge auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand eine gewichtige Rolle in dem Institut spielen. Die Mehrheit der 10 Arbeitnehmervertreter in dem 20-köpfigen Aufsichtsrat macht sich dafür stark, dass der Schweizer die Spitze des Kontrollgremiums übernimmt.

ThyssenKrupp: Erzpreise sinken erst 2014

Essen/Rotterdam (dpa) - Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp erwartet nach einem drastischen Anstieg der Rohstoffkosten frühestens in drei Jahren sinkende Erzpreise. Hintergrund sei der weltweite Ausbau von Eisenerzgruben und damit ein künftig erhöhtes Angebot, sagte der Finanzvorstand von ThyssenKrupp Steel Europe, Peter Urban, in Rotterdam. Bei Erzpreisen von derzeit 170 bis 180 Dollar je Tonne sei jedoch lediglich mit einem Rückgang von etwa 20 bis 30 Dollar pro Tonne zu rechnen. Bei den ebenfalls kräftig gestiegenen Kohlepreisen sei dagegen keine Entspannung in Sicht. Seit Anfang 2010 seien die Preise für Erz und Kohle um jeweils rund 300 Prozent gestiegen.

«Spiegel»: Anklage gegen Ex-HSH-Nordbank-Vorstände steht bevor