München (dpa) - Die Live-Berichterstattung über ein Geiseldrama in der philippinischen Hauptstadt Manila im Nachrichtensender N24 ist von Deutschlands Medienwächtern scharf kritisiert worden.

Darin seien in Nahaufnahme die Leichen des Geiselnehmers und seiner Opfer gezeigt worden, erklärte die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) in München am Montag. Zuschauer unter 16 Jahren hätten noch nicht die Kompetenzen, um solch belastende Bilder zu verarbeiten. Damit widersprach die KJM der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die den Beitrag nicht beanstandet hatte.

Auch ProSieben geriet ins Visier der Kommission. Die Nachrichtensendung «Newstime» hatte um 18 Uhr über den preisgekrönten Spielfilms «Lebanon» berichtet, in dem es um den Libanon-Konflikt geht. Die Filmausschnitte waren verknüpft mit Bildern realer Kriegsereignisse. Diese Bilder könnten Kinder unter 12 Jahren nachhaltig beeinträchtigen, kritisierte die Kommission und verhängte ein Bußgeld von 7500 Euro.

Von April bis Juni 2011 stellte die KJM insgesamt 47 Verstöße fest, davon 10 im Internet. Auch «X-Diaries - love, sun, fun» von RTL II über feiernde Touristen missfiel den Jugendschützern. Sex und Alkoholkonsum würden aufdringlich dargestellt, ferner sei die Sprache derb-zotig. Die aktuellen Folgen seien aber von der FSF überprüft worden und daher jugendschutzrechtlich unproblematisch, erklärte die KJM. Ferner gab es Kritik an der Wrestlingshow «TNA Impact!» auf dem Abo-Sender Sky, an der Animationsserie «Stroker and Hoop» auf TNT Serie, an «The Hard Times of RJ Berger» (Viva) und an der Doku-Soap «Der Promi-Trödeltrupp» (RTL II).

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