München (dpa) - Siemens-Chef Peter Löscher wird wohl auch in den kommenden Jahren den Münchner Technologieriesen führen. Bereits am Mittwoch dürfte der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns den Vertrag des 53 Jahre alten Österreichers vorzeitig um fünf Jahre verlängern, hieß es aus dem Umfeld des Gremiums.

Auch die Verträge mit Industrievorstand Siegfried Russwurm und Chefjustiziar Peter Solmssen sollten verlängert werden. Über die Personalien hatten auch «Handelsblatt» und «Financial Times Deutschland» (Montag) berichtet, Siemens selbst wollte sich zu dem Thema aber nicht äußern.

Löscher hatte es im Zuge des Schmiergeldskandals 2007 als erster Externer an die Spitze des Siemens-Konzerns geschafft und nach der milliardenschweren Affäre deren Aufarbeitung vorangetrieben - aus Sicht der Aufsichtsräte mit großem Erfolg. Zudem baute der Manager das Unternehmen kräftig um. Sein Ziel, den Umsatz des Konzerns über die Marke von 100 Milliarden Euro zu bringen, kann Löscher nun wohl zunächst bis 2017 weiterverfolgen. Am Donnerstag legt der Konzern voraussichtlich recht gute Zahlen für das dritte Quartal vor.

Laut «FTD» gibt es in Teilen des Aufsichtsrats allerdings Kritik an Solmssen wegen des kostspieligen Endes der Atompartnerschaft mit dem französischen Nuklearkonzern Areva. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme habe dem Gremium dennoch die Vertragsverlängerung des Managers vorgeschlagen. Siemens war nach monatelangen Verhandlungen Ende Mai von einem Schiedsgericht für den Bruch von Verträgen mit Areva zu einer Strafe von 648 Millionen Euro verurteilt worden.

Bericht «Handelsblatt»

Bericht «FTD»