Washington (dpa) - Im Poker um eine höhere Schuldengrenze der USA wächst die Angst vor nervösen Reaktionen der Finanzmärkte. Der Preis für Gold - ein vermeintlich sicherer Hafen für Anleger - stieg zum Wochenbeginn auf ein Rekordhoch.

Die US-Börsen eröffneten mit deutlichen Verlusten, erholten sich dann aber etwas. Eine gute Woche vor dem drohenden Staatsbankrott war auch am Montag keine Einigung von Demokraten und Republikanern in Sicht. Jede Seite arbeitete an eigenen Vorschlägen zur Lösung der wochenlangen Krise.

Asiens Aktienmärkte reagierten mit teils kräftigen Abschlägen. Europas Indizes sanken leicht. Der Dollar blieb im Vergleich zum Euro zunächst stabil. Der Internationale Währungsfonds mahnte Washington zur Eile.

Die USA haben nur noch bis zum 2. August Zeit, ihre Schuldenobergrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar (rund zehn Billionen Euro) zu erhöhen - sonst droht der größten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit mit unabsehbaren Folgen.

Der Stabschef im Weißen Haus, Bill Daley, befürchtet heftige Reaktionen in der Finanzwelt. Man habe «ein paar stressige Tage vor sich, stressig für die Weltmärkte und stressig für das amerikanische Volk». Es gelte nun, Gewissheit und Sicherheit zu vermitteln.

Finanzminister Timothy Geithner betonte jedoch, es sei «undenkbar», dass die USA ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkämen. «Die Welt schaut auf uns.»

Außenministerin Hillary Clinton versuchte indes, den größten Kreditgeber China zu beruhigen. Bei einem Besuch in Hongkong zeigte sich Clinton am Montag optimistisch, dass die drohende Zahlungsunfähigkeit durch eine Einigung abgewendet werde. Sie sei «zuversichtlich», dass der Kongress eine Einigung mit dem Weißen Haus über die neue Schuldengrenze finden werde.