Laguna Seca (dpa) - Wieder weit weg vom Podest, wieder Probleme mit der Technik und nun auch noch auf WM-Platz fünf abgerutscht: Motorrad-Star Valentino Rossi droht die schlechteste Saison seit seinem Weltmeisterschafts-Debüt vor 15 Jahren.

Beim Grand Prix der USA ist der Italiener in der «Königsklasse» MotoGP nur hinterher gefahren und hatte als Sechster mehr als 30 Sekunden Rückstand auf Sieger Casey Stoner. Der Australier baute mit seinem fünften Saisonsieg seine Führung in der WM-Gesamtwertung aus. Zweiter auf dem Rundkurs im kalifornischen Laguna Seca wurde Weltmeister Jorge Lorenzo aus Spanien, der trotz Sturzverletzungen aus dem Training lange auf Siegkurs lag. Rang drei sicherte sich sein Landsmann Dani Pedrosa, eine Woche zuvor Sieger beim Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring.

Von diesem Trio ist «The Doctor» derzeit Welten entfernt. Seit dieser Saison sucht Valentino Rossi sein Glück auf einer Ducati - und hat es bisher nicht gefunden. Außer beim dritten Platz beim Großen Preis von Frankreich hatte der sechsmalige MotoGP-Weltmeister das Podest nicht einmal in Reichweite und vor Wochenfrist auf dem Sachsenring mit dem neunten Rang einen Tiefpunkt. In der WM-Wertung fiel der 32-Jährige nun von Platz vier auf fünf zurück. In der Endabrechnung war Rossi nur in seiner ersten WM-Saison 1996 in der Klasse bis 125 Kubikzentimeter als Neunter schlechter.

Da kann es nur ein schwacher Trost sein, dass sein Stallgefährte Nicky Hayden (USA) die gleichen Sorgen hat: Der Weltmeister von 2006 wurde in Laguna Seca Siebter. «Wir wollen beide selbstverständlich nicht um den sechsten Platz kämpfen», gestand Rossi, «wir haben derzeit einige Probleme, mit denen wir zurechtkommen und das Beste daraus machen müssen.»

Dabei liegt es nicht an der Geschwindigkeit seiner 262 PS starken Ducati Desmosedici GP11.1, dass der neunmalige Weltmeister seit seinem Umstieg von der Yamaha vor dieser Saison die Hinterreifen des Top-Trios im Laufe der Rennen aus den Augen verliert. Mit 264,8 Stundenkilometer in der Spitze und 263,6 km/h im Schnitt der fünf Bestwerte war Rossi Schnellster in Laguna Seca. Sieger Stoner war 0,5 km/h langsamer. Seit 2004 steht der Geschwindigkeitsrekord für MotoGP-Motorräder bei 347,4 km/h - aufgestellt mit einer Ducati Desmosedici.

Rossi bekommt jedoch nicht die Kurve und kann deswegen das Renntempo nicht halten. «Wir verlieren zu viel Zeit bei der Einfahrt in Kurven, wo ich sehr langsam bin, weil ich nicht genug Gefühl habe. Aber Ducati arbeitet daran. Wir müssen konzentriert und positiv bleiben und uns Schritt für Schritt verbessern», meinte der Italiener. Ziel sei es nun, erstmal den Rückstand auf die zuletzt vor ihm platzierten Ben Spies (USA), Marco Simoncelli und Andrea Dovizioso (beide Italien) wettzumachen. «Und dann werden wir an die anderen denken», sagte Rossi.