Paris (dpa) - Australien feiert, Lance Armstrong gratuliert und die Mutter von Cadel Evans kündigt schon die nächsten Großtaten an. «Dieses Jahr hat er überhaupt erstmal gezeigt, wozu er fähig ist», jubelte Helen Cocks nach dem Sieg ihres Sohnes bei der Tour de France.

Natürlich habe Evans noch die Kraft, die Tour auch im nächsten Jahr zu gewinnen. Australische Zeitungen erklärten den Finaltag der Tour unterdessen zum «C-Day - dem Tag, an dem Cadel Evans in die Geschichte des australischen Sports eingezogen ist». Tausende verfolgten die TV-Übertragung trotz der späten Abendstunden in Bars und bei Public-Viewing-Veranstaltungen.

«Evans bei seiner fast perfekten Tour zu beobachten, war ein Genuss», schrieb der «Sydney Morning Herald». Aus der ganzen Welt hagelte es Glückwünsche für den 34-Jährigen. «Du hast dein Land mit Mut und Anmut stolz gemacht - du bist eine echte Legende!», twitterte der australische Parlamentsabgeordnete Ed Husic. Und auch vom siebenfachen Tour-Champion Lance Armstrong kamen Glückwünsche: «Hut ab vor Cadel. Zu sagen, er hat all die Arbeit alleine gemacht, wäre eine Untertreibung.»

«Cadel ist ein echter Kämpfer», gratulierte der australische Rennfahrer Mark Webber bei einer Pressekonferenz am Nürburgring. «Er verdient den Sieg total, es war sehr inspirierend zu sehen, wie er in der vergangenen Woche quasi alleine gekämpft hat.» Der Ozeanische Radsportverband lobte Evans vor allem als «Clean Freak»: «Das ist ein Sieg für den dopingfreien Radsport», sagte Verbandspräsident Michael Turtur. «Evans hat eine klare Botschaft an all diese Idioten geschickt, die immer noch dopen wollen - nicht nur im Radsport.»

Der vielgefeierte Tour-Sieger selbst konnte all das nach der finalen Etappe erstmal gar nicht glauben. «Whoa ... ist schon alles vorbei?», twitterte er am Montag. An seine Mutter gerichtet, scherzte Evans: «Mach dir keine Sorgen, Mama ... ich habe jetzt einen Flug mit (dem Billigflieger) Easyjet, um wieder auf dem Boden der Tatsachen anzukommen.»