London (dpa) - Die US-Ratingagentur Moody's hat Griechenland nach einem weiteren milliardenschweren Rettungspaket für das hochverschuldete Land der Eurozone erneut zurückgestuft. Nach zuletzt «Caa1» laute die neue Bewertung «Ca», hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.

Die Bewertung griechischer Staatsanleihen belässt Moody's damit weiter auf «Ramsch-Niveau» und verzichtet vorerst auf eine Bewertung als Zahlungsausfall («Default»). Der Ausblick der Kreditbewertung bezeichnete Moody's als vorerst nach offen. Damit beschreibt die Agentur die «aktuelle Unsicherheit über den exakten Marktwert der Kreditsicherheiten».

«Ca» ist die schlechteste Note über einem Kreditausfall, der bei «Moody's» die Note «C» erhält. Durch das neue Rettungspaket für Griechenland werde für das hoch verschuldete Land «Zeit gekauft», hieß es weiter in der Stellungnahme von Moody's. Das in der vergangene Woche verkündete Rettungsprogramm für Griechenland bedeute für die privaten Gläubiger des Landes allerdings «substantielle ökonomische Verluste».

Moody's führte in der Stellungnahme eine Schätzung der internationalen Bankenvereinigung (IIF) zu den möglichen Verlusten für die Besitzer griechischer Staatsanleihen an. Demnach dürften die Verluste bei über 20 Prozent liegen. Die Wahrscheinlichkeit eines notgedrungenen Austauschs von griechischen Staatsanleihen in Papiere mit einer längeren Laufzeit liegt nach Einschätzung der Moody's-Experten bei «nahezu 100 Prozent». Ein solcher Umtausch wird von der Agentur weiterhin als ein Zahlungsausfall gewertet.

Moody's kündigte weiter an, nach dem Abschluss des geplanten Umtauschs von griechischen Staatsanleihen die Kreditrisiken aller bestehenden Anleihen und aller von der Regierung in Athen neu vergebenen Papiere zu bewerten. Immerhin sieht die Ratingagentur auch wachsende Anzeichen, dass sich die finanzielle Lage Griechenlands in den kommenden Jahren stabilisieren könnte. Das Land «könnte seine Schuldenlast möglicherweise reduzieren».