Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem wechselhaften Handelsverlauf hat sich der Dax am Dienstag mit knappen Gewinnen über die Ziellinie gerettet. Anleger taten sich bei der Bewertung der Zahlen der Deutschen Bank schwer, und so präsentierte sich auch der deutsche Leitindex.

Er schloss 0,07 Prozent höher bei 7349,45 Punkten und beendete auch den sechsten Handelstag in Folge im Plus. Für den MDax ging es dagegen um 1,18 Prozent auf 10 785,08 Punkte abwärts. Der TecDax verlor 0,21 Prozent auf 847,75 Punkte.

Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory verwies auf die anhaltende Schulden-Diskussion in den USA: «In den Abgrund möchte man gar nicht schauen», sagte der Experte mit Blick auf eine mögliche Zahlungsunfähigkeit der größten Wirtschaftsmacht. Sollte bis Freitag keine Einigung erzielt sein, könnte das zum Wochenschluss die Märkte belasten. Bis dahin dürfte aber erst einmal die Berichtssaison im Vordergrund stehen.

Die Deutsche Bank hatte am Morgen den Bilanzreigen der Dax-Werte eröffnet, dabei zum Teil aber schwächer als von Analysten erwartet abgeschnitten. Matthias Dürr von der DZ Bank lobte allerdings, dass die Deutsche Bank auf gutem Wege sei, ihr Ergebnisziel von 10 Milliarden Euro im laufenden Jahr zu erreichen. Die Papiere des deutschen Branchenprimus legten am Ende 0,73 Prozent auf 38,50 Euro zu.

Bei den übrigen Werten aus dem Bankensektor machte sich derweil ein schwaches Quartal der schweizerischen Großbank UBS negativ bemerkbar. Zudem hatten Spanien und Italien kurzfristige Staatsanleihen nur gegen höhere Zinsen am Markt unterbringen können. Aktien der Commerzbank etwa gaben um 1,51 Prozent auf 2,667 Euro nach.

Kurz vor Handelsschluss setzten sich die Aktien von SAP nach Aussagen zum Ausblick mit einem Plus von 3,55 Prozent auf 43,49 Euro an die Spitze des Dax. Der Softwarekonzern sieht das Betriebsergebnis im Jahr 2011 nun am oberen Rand der bisherigen Zielspanne.

Metro-Titel waren mit plus 2,09 Prozent auf 39,405 Euro der zweitbeste Wert. Die Handelssparte für Unterhaltungselektronik, Media Markt/Saturn, hat im zweiten Quartal rote Zahlen geschrieben und will deshalb europaweit Stellen abbauen. Für den Gesamtkonzern bestätigte Metro aber die Ziele, was am Markt positiv ausgelegt wurde.