China denkt sehr langfristig. Schon 2001 sicherte es sich bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) die Erkundungsrechte für das Gebiet im nordöstlichen Pazifik zwischen Hawaii und Nordamerika, wo die «Jiaolong» jetzt taucht. Die in Kingston (Jamaica) ansässige UN-Behörde kontrolliert den Bergbau in internationalen Gewässern. Auf ihrer Jahrestagung vergangene Woche genehmigte die ISA auch einen Antrag Chinas zur Erkundung polymetallischer Sulfide im südwestlichen Indischen Rücken zwischen der Südspitze Afrikas und der Antarktik.

Solche Schwefelverbindungen entstehen in großer Tiefe an «Schwarzen Rauchern». Dort schießt heißes und mit Mineralstoffen angereichertes Wasser aus der Erdkruste und kühlt sich im kalten Ozean plötzlich ab, so dass sich Ablagerungen bilden. Auch Russland hat solche Rechte gebilligt bekommen.

Die USA sind hingegen nicht einmal Mitglied der ISA, sondern haben nur Beobachterstatus, weil sie die Seerechtskonvention von 1982 nicht ratifiziert haben. Auch müssen die Amerikaner jetzt erfahren, dass sie den chinesischen Tauchern noch auf die Sprünge geholfen haben: Ye Cong, der mit der «Jiaolong» tauchte, gehörte 2005 zu fünf chinesischen Piloten und Wissenschaftlern, die mit dem amerikanischen Unterwassergefährt «Alvin» insgesamt acht Tauchgänge machen konnten.

International Seabed Authority