Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem glücklichen Punktgewinn im Top-Spiel der 2. Bundesliga gegen Mit-Absteiger FC St. Pauli machte Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh gute Miene zum bösen Spiel.

«Das war nicht der Fußball, den wir spielen können. Wir hatten keine klare Linie und haben nach vorne nicht das geboten, was ich mir vorstelle. Aber die Jungs haben mit Herz gespielt», fasste Veh den dürftigen Auftritt der Hessen beim glücklichen 1:1 (0:1) zusammen.

Während im gefälligen Spiel des Kiez-Clubs aus Hamburg eine Struktur erkennbar war, ließen die Frankfurter spielerisches Format völlig vermissen. «Das war ein Spiegelbild der vergangenen Bundesliga-Rückrunde. Wir wussten, dass die Saison kein Selbstläufer wird. Aber das war schon ein Dämpfer und auch nicht verständlich. Wir müssen uns enorm verbessern», redete Kapitän Pirmin Schwegler Klartext.

Veh, der im Verlauf der Partie immer wieder ungläubig den Kopf schüttelte, machte zahlreiche Unzulänglichkeiten für die schwache Leistung seiner Mannschaft verantwortlich. Die Abwehr wirkte unsicher, im Mittelfeld fehlte die Kreativität und der Sturm war nur ein laues Lüftchen. «Wir haben zu weit auseinander gestanden, St. Pauli hat die Räume super genutzt. Dadurch kam bei uns keine Sicherheit rein», monierte Veh.

Um die unübersehbaren Abwehrprobleme zu beheben, soll möglichst noch vor dem DFB-Pokalspiel am 30. Juli beim Halleschen FC ein weiterer Innenverteidiger verpflichtet werden. «Wir sind in den Verhandlungen recht weit», verriet Veh. Einen Namen nannte er nicht.

Dass es am Ende wenigstens zu einem Punkt reichte, lag an Alexander Meier. Mit einem tollen Direktschuss erzielte der Ex-Hamburger in der 78. Minute den glücklichen Ausgleich - es war bereits sein drittes Saisontor. «Das war kein Zufall. Die Dinger macht er auch im Training rein. Es gibt sicher nicht viele Mittelfeldspieler, die so abschließen können», lobte Veh.

«Ich habe einfach draufgehalten», schilderte Meier sein Tor, das die Gäste aus ihren Siegträumen riss. «St. Pauli hat das sehr gut gemacht, Respekt für das gute Spiel», meinte Meier. Auch Eintracht-Torwart Thomas Kessler, im Vorjahr noch bei den Kiez-Kickern zwischen den Pfosten, lobte seine Ex-Kollegen: «Man hat gesehen, dass St. Pauli eine Mannschaft mit Qualität ist.»