Paris (dpa) - Das Geheimnis der Wasservorkommen in der oberen Atmosphäre des Planeten Saturn ist nach 14 Jahren Rätselraten gelüftet.

Jüngste Aufnahmen des europäischen Weltraumteleskops «Herschel» zeigen, dass der Wasserdampf von einer Reihe von Fontänen in der südlichen Polarregion des Saturn-Mondes Enceladus stammt. Dieser stoße jede Sekunde rund 250 Kilogramm aus. Er sei damit der einzig bekannte Mond im Sonnensystem, der die chemische Zusammensetzung seines Mutterplaneten beeinflusse, teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa am Dienstag in Paris mit. Der Wasserdampf bilde einen Donut-förmigen Ring um den Saturn.

Jüngsten Berechnungen zufolge gelangen drei bis fünf Prozent der von Enceladus abgestoßenen Wassermenge in die Saturn-Atmosphäre. «Es gibt nichts Vergleichbares auf der Erde», kommentierte Paul Hartogh vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (Katlenburg-Lindau) nach Angaben der Esa. Nach Auskunft der Forscher konnte der Wasserdampf bislang nicht entdeckt werden, weil er für das menschliche Auge unsichtbar ist. Erst «Herschels» empfindliche Infrarotdetektoren spürten ihn auf.

«Herschel» gilt als das größte jemals ins All geschickte Teleskop. Das nach dem Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) benannte High-Tech-Instrument wurde 2009 gestartet und wird im Idealfall bis weit ins Jahr 2013 hinein Daten sammeln.

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