Walldorf (dpa) - Europas größter Softwaresteller SAP hat seine Jahresprognose nach einem starken zweiten Quartal leicht nach oben korrigiert. Das Umsatzplus aus dem Geschäft mit Software und Wartung soll 2011 «am oberen Ende der Spanne» zwischen 10 und 14 Prozent liegen, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Aktie der Walldorfer legte am Abend einen satten Kurssprung hin. Eine ähnliche Prognose gilt für das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis: Hier hatte SAP bisher mit einer Spanne zwischen 4,45 und 4,65 Milliarden Euro gerechnet. Nun gelte auch bei diesem Posten, dass das Ergebnis «am oberen Ende der Spanne» liegen werde. Diese Angaben berücksichtigen noch keine Wechselkursschwankungen.

Das im Dax notierte Unternehmen begründete die nun besseren Erwartungen mit «sehr guten» Ergebnissen im zweiten Quartal 2011. In diesem zweiten Jahresviertel setzte SAP rund 3,3 Milliarden Euro um - das ist währungsbereinigt ein Zuwachs von 20 Prozent. Im Einzelnen stiegen die Umsätze mit Software um 35 Prozent, die Sparte Wartung legte um 20 Prozent zu. Das Betriebsergebnis erhöhte sich im Quartalsvergleich um 26 Prozent. Unter dem Strich standen 703 Millionen Euro Gewinn nach Steuern - das ist gegenüber dem Vergleichsquartal aus dem Vorjahr 2010 ein Zuwachs von 25 Prozent. Für das Halbjahr standen 1,231 Milliarden Euro unter dem Strich, das waren gegenüber der ersten Jahreshälfte 2010 23 Prozent mehr.

Konstant blieb die Jahresprognose für die operative Marge: Sie soll, wie nach dem ersten Quartal angekündigt, leicht um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte zulegen - 2010 hatte sie bei 32,0 Prozent gelegen. Das Plus im zweiten Quartal lag mit währungsbereinigten 1,5 Prozentpunkten über diesem Ziel.

Der SAP-Co-Vorsitzende Jim-Hagemann Snabe bilanzierte in einer Telefonkonferenz am Abend: «Es ist ein sehr starkes Quartal in allen Bereichen.» In allen Regionen der Welt und allen Geschäftsbereichen laufe es blendend. Snabe sprach von 35 Prozent Umsatzplus in Amerika - dort hatte Erzrivale Oracle seine Position zuletzt mit Zukäufen und einer aggressiven Strategie gestärkt. In Deutschland habe es gut 30 Prozent Plus gegeben und im Raum Asien/Pazifik das beste Quartal der Unternehmensgeschichte.

Die SAP-Aktie sprang nach Bekanntgabe der Zahlen um teilweise fast 3 Euro nach oben und notierte kurz vor Ende des Handels jenseits der 44-Euro-Marke. Die vollständigen Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr wollen die Walldorfer an diesem Mittwoch vorlegen. Nach den jüngsten April-Angaben zählt der Konzern 53 872 Mitarbeiter.

Der Softwareriese hatte die Analysten zum Start ins Jahr trotz kräftiger Zuwächse bei Erlösen und Gewinn eher enttäuscht. Experten rechneten vor allem beim Ergebnis im Auftaktquartal mit besseren Werten. Der Grund: Konkurrenten wie Oracle, der Technologiekonzern IBM und der Chiphersteller Intel hatten entsprechend vorgelegt. SAP war damals hinter diesen hohen Branchenerwartungen zurückgeblieben.