Silverstone (dpa) - Für dieses Theater hatte kaum ein Beobachter der Formel 1 Verständnis. Die Teamchefs von Red Bull und McLaren lieferten sich in aller Öffentlichkeit eine hitzige Diskussion über technische Details, die nur noch absolute Experten nachvollziehen konnten.

Wie Waldorf und Statler, die berühmten Opas aus der «Muppet Show», gifteten sich Christian Horner (Red Bull) und Martin Whitmarsh (McLaren) am Freitagabend in Silverstone auf einer Pressekonferenz an, weil der Weltverband kurzfristig und während des freien Trainings das Verbot des Zwischengas-Systems gelockert hatte.

«Wir sprechen hier von einem ganz deutlichen Performance-Vorteil», sagte Whitmarsh zur zwischenzeitlichen Sonderregelung für das System, das Red Bull nach eigenen Angaben perfektioniert hatte. Horner argumentierte daraufhin sichtlich erregt mit hochtechnischen Details für die Nutzung des Zwischengases, das die Autos beim Abbremsen zusätzlich stabilisiert hatte. Am Ende mischte sich Tony Fernandes (Lotus) ein und sprach von einem «Jammer», wegen «dieser Art von Diskussion». Stellvertretend für viele sagte Fernandes: «Ich habe kein Wort von dem verstanden, was die beiden gerade geredet haben.» Am Samstag kehrte der Weltverband FIA zur ursprünglichen Haltung zurück: Keine Sonderregelung für die Renault-Teams.