Berlin (dpa) - Die Bahn könnte wegen Preisabsprachen bei Herstellern zwischen 2003 und 2008 rund 400 Millionen Euro zu viel für Schienen bezahlt haben. Das berichten die Zeitungen der «WAZ»-Gruppe.

Insgesamt hat der Konzern demnach in dem Zeitraum 1,5 Milliarden Euro an das mutmaßliche Kartell unter dem Namen «Schienenfreunde» überwiesen. Verdächtige Preisbewegungen habe es auch in diesem und im vergangenen Jahr gegeben, berichten die Zeitungen. Ein Bahnsprecher wollte sich auf Nachfrage nicht zu Details der internen Ermittlungen äußern. Das Unternehmen rechnet mit einem Schaden in Millionenhöhe.

Nach Informationen der «Wirtschaftswoche» haben Kartelle den Staatskonzern auch bei Kaffee, Karbonbürsten für Stromabnehmer und Rolltreppen geschädigt, die Frachttochter Schenker bei Zuschlägen für Kerosin und Sicherheit. «Insgesamt geht es um einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe eines hohen dreistelligen Millionenbetrags», zitiert das Magazin Bahn-Rechtsvorstand Gerd Becht. Eine offizielle Bestätigung gab es am Samstag nicht.

Im Fall der unerlaubten Preisabsprachen bei Eisenbahnschienen ermittelt seit kurzem die Bochumer Staatsanwaltschaft. Die Bahn will Schadenersatzansprüche prüfen, sobald die Ermittlungen ein klares Bild von dem Kartell bringen.