Leverkusen (dpa) - Frankreichs Fußballerinnen haben ihren größten Erfolg bei einer Weltmeisterschaft perfekt gemacht. «Les Bleues» qualifizierten sich mit dem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen über England am Samstag in Leverkusen erstmals für das WM-Halbfinale.

Dort trifft die Mannschaft in Mönchengladbach auf den Sieger der Partie Brasilien - USA. Nach 120 Minuten hatte es zwischen beiden Mannschaften 1:1 (1:1, 0:0) gestanden. Jill Scott (59. Minute) war in der regulären Spielzeit für England erfolgreich. Für Frankreich traf Elise Bussaglia (88.). Im Elfmeterschießen hatte Frankreich das glücklichere Ende für sich. Vier Schützinnen bewiesen Nervenstärke, für England scheiterten Claire Rafferty und Faye White, die mit dem letzten Schuss nur die Latte traf.

«Wir sind überglücklich. Wir haben sehr gut gespielt, wurden aber erst in der Schlussphase belohnt. Ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man im Elfmeterschießen verliert. Ich habe Mitleid mit meiner englischen Kollegin», gestand Frankreichs Coach Bruno Bini. Auf der Gegenseite war Hope Powell bitter enttäuscht. «Meine Spielerinnen sind am Boden zerstört. Allerdings hatte Frankreich auch eine größere Qualität- Wir haben uns ins Elfmeterschießen geschleppt und haben dann leider verloren», sagte die englische Trainerin.

Im Viertelfinale begann England vor 26 395 Zuschauern im Leverkusener WM-Stadion offensiv. Gerade 18 Sekunden waren gespielt, als Kelly Smith Frankreichs Keeperin Celine Deville ausgetrickst hatte. Smiths Schuss wurde aber von Laura Georges geblockt. Deville ersetzte die französische Torfrau Berangere Sapowicz, die im Gruppenspiel gegen Deutschland die Rote Karte erhalten hatte.

Frankreich gewann mit zunehmender Spieldauer an Dominanz, agierte vielfach über die Flügel, konnte in Strafraumnähe zunächst aber nur für wenig Gefahr sorgen. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Gaetane Thiney (25.), deren Gewaltschuss von Englands Schlussfrau Karen Bardsley nur mit Mühe entschärft werden konnte. Kurz darauf verfehlte Louisa Necib (30.) das englische Tor nur knapp, ehe Sandrine Soubeyrand (38.) ebenfalls scheiterte.

England offenbarte Defizite im Spielbau. Das Team von der Insel setzte zwar in kämpferischer Hinsicht Akzente, leistete sich allerdings viele Fehlpässe und erarbeitete sich im ersten Abschnitt keine Torchance mehr.

Die Französinnen fanden auch nach der Pause direkt wieder zu ihrem Rhythmus und setzten England unter Druck. Marie-Laure Delie (48.) und Thiney (49.) ließen jedoch gute Möglichkeiten zum Führungstreffer aus. Doch auch die Engländerinnen erhöhten das Risiko und wurden belohnt. Einen schnellen Angriff vollendete Jill Scott, die kurz zuvor neben das Tor geschossen hatte (55.), mit einem gefühlvollen Heber aus 18 Metern über Deville zum 1:0.