Washington (dpa) - Betty Ford, die Witwe des früheren US-Präsidenten Gerald Ford, ist tot. Sie starb mit 93 Jahren in einer Klinik im kalifornischen Rancho Mirage, wie ihre Familie auf der Internetseite der Gerald-Ford-Präsidentenbibliothek mitteilte.

Ihr Name ist in den USA und darüber hinaus mit dem Eintreten für Suchtkranke und verbesserter Heilung verbunden.

Nach dem Ende der Amtszeit Gerald Fords nahm die frühere First Lady 1978 den Kampf gegen ihre eigene, seit Jahren bestehende Alkohol- und Tablettensucht auf - und machte ihre Krankheit zum öffentlichen Thema. Um Menschen auf dem Weg aus der Sucht zu helfen, gründete sie zusammen mit anderen die Entzugsklinik Betty Ford Center in Rancho Mirage.

US-Präsident Barack Obama würdigte die Verdienste Betty Fords. Sie habe «dabei geholfen, das soziale Stigma um Sucht zu verringern und hat dabei tausende inspiriert, sich in dringend notwendige Behandlung zu begeben». Sie sei zudem eine entschlossene Kämpferin für die Gesundheit und die Rechte von Frauen gewesen.

Betty Ford hatte sich auch öffentlich für die Berufung von Frauen auf wichtige Posten eingesetzt - in einer Zeit, als das in der republikanischen Partei ihres Mannes noch nicht selbstverständlich war. Als kurz nach dem Einzug ins Weiße Haus Brustkrebs bei der First Lady festgestellt wurde, machte sie dies publik und warb für die Enttabuisierung des Themas.

Die nach ihr benannte Entzugsklinik gilt als eine der besten Therapieeinrichtungen auf ihrem Gebiet. Über die Jahre bot sie auch vielen Prominenten Zuflucht, etwa der Schauspielerin Liz Taylor und dem Sänger Billy Joel («Piano Man»).

Gerald Ford war 1974 nach dem Rücktritt von Richard Nixon wegen des Watergate-Skandals der 38. US-Präsident geworden. Mit seiner Frau Betty war er seit 1948 verheiratet. Die beiden hatten drei Söhne und eine Tochter. Der ehemalige Präsident starb im Dezember 2006.