Frankfurt/Main (dpa) - Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen haben der Commerzbank im zweiten Quartal einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Der Überschuss sank von 352 Millionen Euro vor einem Jahr auf 24 Millionen Euro, wie die Bank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Nach wie vor hat die zweitgrößte deutsche Privatbank Milliarden in den Euro-Krisenstaaten im Feuer und die Aussichten für den Rest des Jahres sind angesichts der Markt-Turbulenzen unsicherer geworden. Ausgerechnet jetzt kündigt Finanzvorstand Eric Strutz an, im Frühjahr von Bord zu gehen.

Das teilverstaatlichte Institut schrieb 760 Millionen Euro auf seine gesamten griechischen Staatsanleihen ab. Sie stehen nun noch mit 2,2 Milliarden Euro in den Büchern. Insgesamt baute die Bank zwischen Ende März und Ende Juni ihr Engagement in den Euro-Krisenländern nur leicht ab, wie aus der Halbjahresbilanz hervorgeht. Demnach ist sie allein mit 8,7 Milliarden Euro in italienischen Staatsanleihen investiert, das sind rund 700 Millionen Euro weniger als drei Monate zuvor. In Spanien sind es praktisch unverändert 2,9 Milliarden und in Portugal 900 Millionen.

Damit ist die Commerzbank wesentlich stärker in den Schuldenstaaten engagiert als die Deutsche Bank. Der Branchenprimus hatte sein Engagement im ersten Halbjahr um 70 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro heruntergefahren und nutzte dafür auch Kreditausfallversicherungen.

Das Geschäft der Kernbank - dazu zählt das Management das Privatkundengeschäft, die Mittelstandsbank, die Osteuropa-Aktivitäten und das Investmentbanking - entwickelte sich im zweiten Quartal positiv. Die Mittelstandsbank erzielte mit einem operativen Ergebnis von 501 Millionen Euro (plus 29 Prozent) erneut den größten Ergebnisbeitrag im Konzern. Ihre Rückstellungen für faule Kredite konnte die Bank weiter reduzieren.

Angesichts der heftigen Marktturbulenzen sieht das Geldinstitut allerdings seine Gewinnprognosen in Gefahr. «Die im Jahr 2009 beschlossenen Ziele stehen weiterhin unter dem Vorbehalt stabiler Märkte, die wir wegen der Staatsschuldenkrise derzeit nur bedingt sehen», sagte Vorstandschef Martin Blessing laut Mitteilung. «Eine Rückkehr zu stabileren Märkten ist davon abhängig, wie sich die aktuelle Krise weiterentwickelt.»

In diesem Jahr wollte die Commerzbank bislang einen operativen Gewinn klar über dem Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Dank eines guten Jahresauftakts belief sich das operative Ergebnis im Konzern in den ersten sechs Monaten auf 1,2 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum 1,0 Milliarden Euro)