Karlsruhe (dpa) - Gestern noch frustriert vom verpatzten Bundesligaauftakt, heute gefeiert als Matchwinner bei der U 21: Wenn Lewis Holtby die Kapitänsbinde in der Junioren-Nationalelf überstreift, dann ist der Schalker immer zu außergewöhnlichen Leistungen in der Lage.

«Das ist wichtig für einen Sportler, aus Niederlagen so zu lernen. Heute habe ich das richtige Zeichen gesetzt», sagte Holtby nach dem gelungenen Start in die EM-Qualifikation.

Mit seinen Treffern in der 9. und 36. Minute leitete der Offensivspieler in Karlsruhe den 4:1 (2:1)-Erfolg über Zypern ein. Zugleich erhöhte der trickreiche Fußball-Profi seine eindrucksvolle Bilanz auf sieben Treffer in elf U-21-Länderspielen. DFB-Coach Rainer Adrion weiß, dass er sich auf Holtby verlassen kann. «Er ist ja schon nah dran an der Nationalmannschaft. Von daher ist er für uns ein absoluter Führungsspieler auch außerhalb des Spielfelds und ein guter Kapitän», meinte Adrion nach dem Auftaktsieg in der Gruppe 1.

Aber erst die Treffer von Daniel Didavi (66.) und Debütant Julian Draxler (75.) sicherten in den zweiten 45 Minuten den Sieg. Zypern kam nach einem schweren Patzer von Innenverteidiger Lasse Sobiech durch Nestor Mytidis (39.) zum Anschlusstreffer.

«Wenn andere Kaliber kommen, müssen wir effizienter spielen, mit weniger Fehlpässen und zielstrebiger nach vorne. Das werden wir analysieren, wenn wir mehr Zeit haben als zuletzt nur die zwei Tage», meinte Holtby. Natürlich sei nicht alles perfekt gelaufen. «Aber wir erinnern uns, dass früher eine U-21-Elf auch schon mal gegen nicht so namhafte Gegner Punkte gelassen hat», sagte der 20-Jährige.

Trainer Adrion war zwar mit dem ersten Qualifikationsspiel insgesamt zufrieden, erkannte aber, dass noch Arbeit auf das Team wartet. «Einige Dinge werden wir in der Defensive abstellen müssen. Beim Gegentor sahen wir schlecht aus», befand der Coach.

Das lag sicher nicht an Torhüter Kevin Trapp, der diesmal den Vorzug vor dem Freiburger Oliver Baumann erhalten hatte. Zur neuen Nummer eins im deutschen Tor macht dies den Pfälzer aber nicht automatisch. «Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das wird ein Wettstreit zwischen zwei hervorragenden Torhütern», meinte Adrion. Schon in den Spielen gegen San Marino (1. September) und in Weißrussland (6. September) kann es erneut zum Wechsel kommen. «Dann haben wir auch wieder zehn Tage Zeit und können daran arbeiten, dass wir weniger Fehler machen», sagte Holtby.