München (dpa) - Die Konjunktur im Euroraum gerät in schwierigeres Fahrwasser. So lautet das Fazit des ifo-Indikators für das Wirtschaftsklima im Euroraum, für den das Münchner ifo-Institut in Zusammenarbeit mit der internationalen Handelskammer in Paris im Juli 274 Volkswirte befragte.

Zum ersten Mal seit Anfang 2009 sei der Indikator wieder gesunken und liege mit 110,6 Punkten nur noch knapp über seinem langfristigen Durchschnitt, teilte das Institut am Mittwoch in München mit. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate schwächten sich demnach spürbar ab.

In vielen Ländern wird mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation gerechnet. Die Erwartungen in Spanien, Irland und Frankreich dagegen zeigten dagegen vermehrt nach oben. In den osteuropäischen Euro-Mitgliedsländern Estland, Slowakei und Slowenien sind die Perspektiven unverändert zuversichtlich.

Auf Jahressicht erwarten die Ökonomen im Euroraum nun eine Preissteigerungsrate von 2,6 Prozent. Dennoch sind sie skeptischer, dass die EZB die Zinsen in den nächsten sechs Monaten erhöhen wird. Obwohl nach Meinung der Ökonomen bereits etwas überbewertet, rechnen sie mit einer weiteren Wertsteigerung des Euro gegenüber dem US-Dollar.