Atlanta (dpa) - Tiger Woods hat seine Magie längst verloren und kämpft im Gegensatz zu Deutschlands Golf-Superstar Martin Kaymer beim letzten Major des Jahres gegen den freien Fall.

Der 26-jährige Deutsche aber ist seit dem ersten Major-Sieg seiner Karriere 2010 bei der US PGA Championship in Wisconsin in völlig neue Dimensionen vorgestoßen. In Johns Creek bei Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) will er den Grand-Slam-Titel verteidigen und in einer Saison zwischen Zweifel und Zuversicht wieder ein Highlight setzen.

«Du investierst unglaublich viel Arbeit in dein Spiel und opferst dich über die Jahre dafür auf. Aber wenn du es schaffst, ein Major zu gewinnen, zahlt es sich um ein Vielfaches aus. Genau das ist der Grund, warum ich mit so viel Selbstvertrauen nach Atlanta komme», sagt Kaymer. «Der Sieg 2010 hat nicht nur mein Leben, sondern auch das meiner Familie verändert - aber alles im positiven Sinn.»

Nach seinem Sensationserfolg vor zwölf Monaten in Whistling Straits war der Jung-Millionär acht Wochen die Nummer 1. «Das Selbstvertrauen, dass du mit einem Major gewinnst, ist wie ein Gefühl von Weltklasse. Es gibt nichts Vergleichbares», schwärmt Kaymer vor dem ersten Abschlag.

Der Weltranglisten-Dritte hat den enttäuschenden Rang 29 vom Sonntag beim WGC-Invitational mit 16 Schlägen hinter Sieger Adam Scott abgehakt. Alle Sinne hat Kaymer auf sein Highlight des Jahres auf dem Par-70-Kurs in gerichtet. Das Triumphgefühl von damals, als er im Stechen den US-Profi Bubba Watson niederrang und als erster Kontinental-Europäer seit 1916 das Major gewann, treibt ihn an.

«Vieles kam im vergangen Jahr ziemlich unerwartet für mich: Ich wurde die Nummer eins in Europa, holte einen Major-Titel, spielte und gewann als Debütant den Ryder Cup. Das sind Ziele, die man sich für eine ganze Karriere vornimmt - und ich habe sie schon mit 25 Jahren erreicht», sage Kaymer, den auch seine schwankende Form nach dem bisher einzigen Saisonsieg im Januar in Abu Dhabi nicht irritiert.

Die vier Top-Vier-Plätze, aber auch der vierte verpasste Cut beim US Masters, Rang 39 bei der US Open und Rang 12 bei der British Open zählen für ihn nicht mehr. «Der Kurs ist der komplette Gegensatz zu 2010. Lang und eng mit hohem Rough. Man muss sehr genaue Abschläge machen», beschreibt der Perfektionist die neue Herausforderung. «Es kommt auf die Qualität der Schläge an. Das ist kein Puttwettbewerb. Ich will gewinnen.»