FRANKFURT (dpa-AFX) - Der japanische Yen <JPYVS.FX1> hat am Donnerstag nach der Intervention der Bank of Japan an den Devisenmärkten deutlich nachgegeben und damit die jüngste Rekordjagd vorerst beendet. Am Donnerstag konnte der US-Dollar im Handel mit dem Yen kräftig zulegen und der Kurs erreichte am Morgen in der Spitze 79,48 Yen. Zuletzt war der Dollar vor allem wegen der Probleme der US-Wirtschaft zeitweise unter die Marke von 77 Yen gefallen und die japanische Währung war damit im Handel mit dem Dollar so wertvoll wie nie. Zum Vergleich: Mitte 2007 mussten für einen Dollar noch mehr als 120 Yen gezahlt werden. Der Yen verlor am Donnerstag auch im Vergleich zum Euro an Wert.

Zuvor hatten Japans Währungshüter verkündet, dass sie das Wertpapierkaufprogramm von 10 Billionen Yen auf 15 Billionen Yen (rund 132 Mrd Euro) ausweiten und das Kredit-Volumen von 30 Billionen Yen auf 35 Billionen Yen erhöhen. Nach der Schweizer Nationalbank am Vortag sei nun auch die zweite Zentralbank einer "Safe-Haven"-Währung aktiv geworden, hieß es in einer Einschätzung der Commerzbank. "Endlich einmal ein präventiver Schritt! In den nächsten Tagen dürfte sich der Markt zunächst beeindruckt zeigen."

Ein neuer Höhenflug des Yen in Richtung des Rekordniveaus erscheine in nächster Zeit sehr unwahrscheinlich, hieß es weiter bei der Commerzbank. Anleger, die einen "sicheren Hafen" für ihr Geld suchen, werden aber auch in den kommenden Handelstagen den japanischen Yen im Blick haben.