Berlin (dpa) - Nach dem Mord an dem Bankierssohn Jakob von Metzler stand nicht nur der Täter Magnus Gäfgen, sondern auch der damalige Frankfurter Vize-Polizeipräsident Wolfgang Daschner vor Gericht. Er hatte dem Jura-Studenten Gewalt androhen lassen, um das Versteck der Geisel zu erfahren. Ein Rückblick:

27. September 2002: Gäfgen entführt Jakob von Metzler auf dem Heimweg von der Schule in Frankfurt. Er erstickt den Elfjährigen kurz darauf und versteckt die Leiche in einem See.

29. September 2002: Die Familie zahlt eine Million Euro Lösegeld. Die Polizei beobachtet Gäfgen bei der Geldübergabe.

30. September 2002: Die Polizei nimmt den Studenten und seine Freundin am Flughafen fest. In Gäfgens Wohnung entdecken die Beamten fast das komplette Lösegeld.

1. Oktober 2002: Beim Verhör nennt Gäfgen ein falsches Geiselversteck. Daschner hofft, das Kind noch retten zu können und lässt Gäfgen Schmerzen androhen. Daraufhin lenkt der Student ein und verrät das Versteck der Kinderleiche. Daschner informiert die Staatsanwaltschaft über sein Vorgehen.

27. Januar 2003: Die Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen Daschner und den Vernehmungsbeamten wegen Verdachts der Aussageerpressung ein.

28. Juli 2003: Das Landgericht verurteilt Gäfgen wegen Mordes zu lebenslanger Haft und sieht eine «besondere Schwere der Schuld».