Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag seinen Erholungsversuch abgebrochen und den siebten Handelstag in Folge nachgegeben. Die unverändert gelassenen Leitzinsen in Europa sowie die Konjunkturdaten aus den USA zeigten keine nachhaltigen Auswirkungen.

Auch zahlreiche positive Quartalsberichte wurden ignoriert. So sank der deutsche Leitindex bis zum Nachmittag um 1,42 Prozent auf 6546 Punkte und hat damit seit dem 27. Juli rund elf Prozent eingebüßt. Der MDax fiel am Donnerstag um 3,32 Prozent auf 9396 Punkte, und der Technologie-Index TecDax verlor 2,95 Prozent auf 740 Punkte. Allgemein legten vor allem defensive Aktien zu, während konjunktursensible Werte weiter abgestraft wurden.

«Wir sehen zur Zeit eine kräftige Korrektur», sagte Marktstratege Christian Stocker von der Unicredit. «Die Frühindikatoren aus den USA haben frühzeitig Warnsignale gesendet. Doch erst mit dem Hochkochen der Schuldenproblematik in den USA ist dies, verbunden mit den Schuldenproblemen in Europa, mit Wucht in den Vordergrund gerückt.» Stocker kann sich ein weiteres Absacken bis auf 6200 Punkte im Dax in den nächsten Wochen vorstellen, bevor der Boden gefunden ist und es wieder hochgeht.

Allein vier Dax-Konzerne standen mit Geschäftszahlen im Blick der Anleger. Favorit im Index waren die als defensiv geltenden Aktien von Beiersdorf mit plus 3,22 Prozent auf 43,980 Euro nach besser als erwartet ausgefallenen Halbjahreszahlen. Die ebenfalls defensiven Titel der Deutschen Telekom stiegen nach Zahlenvorlage um 2,24 Prozent auf 10,485 Euro. Der Sportartikelhersteller Adidas hob nach Zuwächsen im zweiten Quartal seine Prognosen für 2011 an. Die Aktien gewannen 2,96 Prozent auf 50,28 Euro.

Um 0,67 Prozent auf 98,47 Euro legten die Anteilsscheine der Munich Re zu. Der weltgrößte Rückversicherer hatte nach den Erdbeben und Wirbelstürmen des ersten Halbjahrs zwar erneut rote Zahlen vermeldet, doch war der eingefahrene Verlust nicht so hoch ausgefallen wie am Markt befürchtet.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,23 (Vortag: 2,22) Prozent. Der Rentenindex Rex gewann 0,05 Prozent auf 127,02 Punkte. Der Bund Future sank um 0,10 Prozent auf 131,68 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4229 (Mittwoch: 1,4300) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7028 (0,6993) Euro.