München (dpa) - Champions-League-Stammgast FC Bayern München muss in den Playoff-Spielen zur Gruppenphase die von Präsident Uli Hoeneß prophezeite «harte Nuss» befürchten.

Dem Fußball-Rekordmeister droht bei der Auslosung am Freitag ein unangenehmes Duell mit dem russischen Spitzenclub Rubin Kasan oder eine Kraftprobe mit Udinese Calcio aus Italien. Auch der niederländische Vizemeister Twente Enschede wäre nicht ungefährlich. Wunschgegner in den Partien am 16./17. und 23./24. August wären Odense BK aus Dänemark mit dem früheren Bayern-Torwart Stefan Wessels oder der FC Zürich.

Die Münchner Profis reagierten betont gelassen auf die Gegnerauswahl. «Wir sind der Favorit, egal auf wen wir treffen», sagte Kapitän Philipp Lahm. Torjäger Mario Gomez musste sich sogar die fünf möglichen Kontrahenten aufzählen lassen. Dann stufte er immerhin Kasan als «sehr unangenehm» ein, betonte aber wie Lahm: «Wir sind gegen alle Favorit und müssen die nächste Runde erreichen.»

Statt der Auslosung stehe bei der Mannschaft der Ligastart am 7. August gegen Borussia Mönchengladbach «im Fokus», sagte Lahm: «Wir wollen unsere Punkte holen und von Anfang an oben stehen.» Auch Arjen Robben und Franck Ribéry denken nur an Gladbach. Die beiden Topstars trainierten nach ihren Sprunggelenks-Verletzungen erstmals wieder mit der Mannschaft und hinterließen dabei nicht nur bei Kollege Gomez einen hervorragenden Eindruck. «Beide waren engagiert. Sie hatten keine schwerwiegenden Verletzungen und sind heiß auf den Ligastart», sagte Gomez. Er sehe bei Robben und Ribéry «keine Probleme» mehr. Ob Trainer Jupp Heynckes neben Robben auch Ribéry von Anfang an aufbieten wird, ist allerdings ungewiss.

Sicher ist, dass die Bayern als Favorit in die K.o.-Spiele zur Champions League gehen. «Der Gegner, der uns zugelost wird, wird nach der Auslosung mehr schlucken als wir», sagte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. Ein Scheitern wäre fatal, nicht zuletzt, weil das Champions-League-Finale 2012 in München stattfindet. «In diesen zwei Spielen geht es um wahnsinnig viel, um Finanzen, um Image», betonte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Mindestens 25 Millionen Euro würde der Einzug in die Gruppenphase garantieren.

Den Bayern bleibt immerhin ein Vergleich mit den ebenfalls gesetzten Schwergewichten FC Arsenal, Olympique Lyon, FC Villarreal und Benfica Lissabon erspart. Die Gruppenphase mit 32 Mannschaften, für die der deutsche Meister Borussia Dortmund und Vizemeister Bayer Leverkusen direkt qualifiziert sind, beginnt am 13. September.

Rubin Kasan, 2008 und 2009 russischer Meister, wäre aus mehreren Gründen wohl das unangenehmste Los. Der Club aus der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan setzte sich in der dritten Qualifikationsrunde souverän mit 2:0 und 2:1 gegen Dynamo Kiew durch. Der aktuelle Tabellenvierte mit dem Ex-Hoffenheimer Carlos Eduardo steht in Russland zudem mitten in der Saison. Hinzu käme für die Bayern eine lange Anreise in die 2660 Kilometer entfernte Millionenstadt. Kasan besiegte in der Königsklasse auch schon einmal den FC Barcelona.