Düsseldorf (dpa) - Die neuen Stars sind die Newcomer. Vor Beginn der 49. Saison in der Fußball-Bundesliga setzen die Clubs weit mehr auf hoffnungsvolle Talente als auf teure Profis aus dem Ausland.

Die Zeiten der Großeinkäufe im zweistelligen Millionenbereich für Spieler wie Arjen Robben, Diego oder Marcio Amoroso sind vorerst vorbei - Branchenprimus FC Bayern München investiert die hohen Millionenbeträge lieber in junge deutsche Nationalspieler. Der auf dem Transfermarkt immer sehr aktive Hamburger SV leitet einen kompletten Jugendtrend ein.

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, unter dessen Regie in den vergangenen Jahren viele junge Nationalspieler gefunden und gefördert wurden, glaubt, dass viele Clubs aus der Not eine Tugend machen. «Die absoluten Topstars sind für uns nicht zu bezahlen, wir sollten den Mut haben, unsere eigene Qualität zu entwickeln und gar nicht so sehr ins Ausland zu schauen», sagte Sammer. Einen dieser Jungstars - Jerôme Boateng - holten die Münchner für 13,5 Millionen aus der englischen Premiere League zurück in die Bundesliga.

Der andere Weg ist, ausländische Talente früh zu sichten und zu verpflichten. Der HSV entschied sich für den 23 Jahre alten, ehemaligen englischen Junioren-Nationalspieler Michael Mancienne, den 19 Jahre alten niederländischen Nationalspieler Jeffrey Bruma und den ebenfalls 19-jährigen Südkoreaner Son Heung-Min, der in der Vorbereitung für Furore sorgte.

Ohnehin suchen die deutschen Erstligisten verstärkt auf dem asiatischen Markt. Auch der FC Bayern (Takashi Usami) und Borussia Mönchengladbach (Yuki Otsu) verpflichteten einen japanischen Profi. «Es haben sich in den vergangenen Jahren einige Japaner in Europa durchgesetzt. Ich traue mir das auch zu», sagte Otsu. Auch der 1. FC Kaiserslautern bediente sich für mehr als drei Millionen Euro auf einem exotischen Markt und verpflichtete in Itay Shechter und Gil Vermouth zwei Israelis vom letztjährigen Champions-League-Teilnehmer Hapoel Tel Aviv.

In Hasan Salihamidzic (VfL Wolfsburg) und Rafinha (Bayern München) kehren zwei ehemalige Bundesligastars nach Italien-Aufenthalten wieder zurück nach Deutschland. «Wir werden von seiner Erfahrung profitieren», sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath zu der Verpflichtung seines alten Schützlings. Allerdings spielte der 34 Jahre alte Profi bei Juventus Turin zuletzt nur eine Nebenrolle.

Immerhin einen Hauch von Starkult kann man beim FC Augsburg bewundern. Dort zieht seit Saisonbeginn Lorenzo Davids vom NEC Nijmegen die Fäden im defensiven Mittelfeld. Mit seiner auffälligen Haarpracht erinnerte der in Surinam geborene Fußballprofi nicht nur äußerlich an den früheren Oranje-Star Edgar Davids - Lorenzo ist auch ein Vetter von Edgar.