München (dpa) - Erdbeben, Wirbelstürme und die Griechenland-Krise haben dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re im ersten Halbjahr 2011 rote Zahlen eingebrockt.

Nur eine dicke Steuergutschrift führte dazu, dass Munich Re nach den ersten sechs Monaten mit einem Verlust von 211 Millionen Euro noch relativ glimpflich davon kam.

«Das erste Halbjahr war eine echte Herausforderung», sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Donnerstag in München. Dennoch peilt er für das Gesamtjahr weiterhin einen Gewinn an. Um dieses Ziel zu erreichen, dürfen nach Angaben von Finanzchef Jörg Schneider Naturkatastrophen das Konzernergebnis bis Jahresende nur noch mit rund 500 Millionen Euro belasten.

Im ersten Halbjahr musste der Rückversicherer für Naturkatastrophen noch tiefer in die Tasche greifen als bislang angekündigt. Nachdem Erdbeben und Tsunami in Japan bereits im März mit 1,5 Milliarden Euro zu Buche schlugen, geht Munich Re nun auch für das schwere Erdbeben in Neuseeland vom Februar von rund 1 Milliarde Euro Schadenkosten aus. Dies ist ein Drittel mehr als bisher gedacht. Zudem muss das Unternehmen 210 Millionen Euro für die Schäden bezahlen, die hunderte Tornados im April und Mai in den USA angerichtet hatten. Nicht ganz so teuer wie erwartet waren dagegen die Überschwemmungen in Australien: Statt 630 Millionen werden bei den Münchnern hier nur 520 Millionen Euro fällig.

Angesichts solcher Lasten reichten die Beitragseinnahmen im zweiten Quartal nur knapp aus, um die Aufwendungen für Schäden und Verwaltung zu decken. Die Rückversicherungssparte konnte ihren Verlust aus dem ersten Quartal zur Jahresmitte nur teilweise ausgleichen. Unter dem Strich machte sie einen Quartalsgewinn von 551 Millionen Euro. Der Gesamtkonzern verdiente zwischen April und Juni 736 Millionen Euro. Das stand einem Verlust von nahezu 1 Milliarde Euro aus dem ersten Quartal entgegen.

Konkurrent Swiss Re verzeichnete im zweiten Quartal ein Plus beim Überschuss um 18 Prozent auf 960 Millionen Dollar (671 Mio Euro) gestiegen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Zürich mitteilte.

Ergo konnte trotz der Skandale zwischen Januar und Juli deutlich zulegen. An dem geplanten Jahresgewinn der Tochter von 450 bis 550 für hielt von Bomhard fest. Allerdings, so sagte er, befinde man sich «derzeit am unteren Rand der Spanne». Der Vorstandschef versprach erneut, die Vorkommnisse würden «schonungslos aufgeklärt». Eine Trennung von Ergo stehe dabei aber außer Frage.