Berlin (dpa) - Die SPD will die von der Bundesregierung beschlossene Liberalisierung des Fernbusmarktes im Bundesrat stoppen.

Der Verkehrsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer, kündigte in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstag) an, seine Partei werde eine Ausdünnung des Schienenverkehrs in Randgebieten nicht akzeptieren. Genau diese zeichne sich durch die Ausweitung des Fernbusverkehrs aber ab.

Zwischen deutschen Städten sollen Reisende bald bundesweit mit Fernbussen fahren können - als günstigere Konkurrenz zu Pkw, Bahn und Billigfliegern. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine weitgehende Freigabe des innerdeutschen Linienverkehrs, der seit rund 70 Jahren streng beschränkt ist. Die Neuregelung soll 2012 in Kraft treten.

Die Öffnung des Marktes unterstütze bestehende Tendenzen der Deutschen Bahn, Randlagen im Fernverkehr nicht mehr zu bedienen, kritisierte Beckmeyer. Er forderte, dass Fernbusse Maut zahlen müssen. «Die Regierung darf hier keine Ausnahme machen und zwischen gebührenfreien Kaffeefahrten und gebührenpflichtigem Lkw-Verkehr unterscheiden.»