Bonn (dpa) - Trotz einer stabilen Entwicklung auf dem heimischen Markt hat die Deutsche Telekom im zweiten Quartal erneut Rückgänge bei Umsatz und operativen Gewinn hinnehmen müssen.

Konzernchef René Obermann zeigte sich bei der Vorlage der Quartalsbilanz am Donnerstag in Bonn zuversichtlich, dass der geplante Verkauf der US-Mobilfunksparte an den US-Telefonriesen AT&T von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden wird. Die Entscheidung erwartet er 2012.

Der Telekom Umsatz sank im zweiten Quartal ohne die aufgegebene US-Mobilfunksparte im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf knapp elf Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn stieg um 17 Prozent auf 951 Millionen Euro. Wegen der hohen Kosten für Vorruhestandsregelungen blieben unter dem Strich 348 Millionen Euro, ein Rückgang um 26,7 Prozent. Die Börse reagierte dennoch positiv: Die Telekom-Aktie stieg bis zum Nachmittag um gut 2,6 Prozent auf 10,53 Euro.

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie der französischen France Telecom und der spanischen Telefonica ist die Telekom in ihrem angestammten Heimatmarkt erfolgreicher als im Ausland. Nach dem Verkauf des US-Geschäfts wird sie mehr als 60 Prozent der operativen Erträge in Deutschland erwirtschaften. Hier konnte das Unternehmen profitabler werden. Strikte Kostendisziplin habe die zurückgehenden Umsätze kompensieren können, erklärte das Unternehmen.

Sorgen bereitet der Telekom das verbleibende Auslandsgeschäft in Süd- und Osteuropa. Angesichts der konjunkturellen Unwägbarkeiten in Griechenland will die Telekom nach Angaben von Finanzvorstand Timotheus Höttges prüfen, ob weitere Investitionen in den griechischen Markt wirklich sinnvoll sind.

Bisher plante das Unternehmen, weitere zehn Prozent an der Telefongesellschaft OTE zu erwerben. Obermann sagte, die Telekom drohe nicht damit, ihre Anteile an der OTE zu verkaufen. Doch die griechischen Regulierer müssten faire Bedingungen schafften. Die Bonner besitzen seit 2008 bereits 30 Prozent der Aktien und führen OTE. Der Konzern verpflichtete sich damals, weitere zehn Prozent zu übernehmen, falls Athen dies bis Ende 2011 beantragen sollte. Für 49 Millionen OTE-Aktien zahlt die Telekom etwa 400 Millionen Euro.

Das mobile Internet erwies sich erneut als Wachstumstreiber. Die Umsätze in diesem Bereich stiegen um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Dazu trug die wachsende Verbreitung von Smartphones bei. In den europäischen Landesgesellschaften machten sie inzwischen 46 Prozent aller verkauften Geräte aus, teilte der Konzern mit. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 21 Prozent.