Tokio (dpa) - Japans Fußball trauert um seinen ehemaligen Nationalspieler Naoki Matsuda. Der 34-Jährige starb, nachdem er zwei Tage zuvor im Training seines Vereins Matsumoto Yamaga einen Kreislaufkollaps erlitten hatte. Dies teilte Club-Präsident Hiroshi Otsuki japanischen Medien mit.

Die Familie des Spielers habe ihn über den Tod informiert. Matsuda war am 2. August im Training offenbar nach einem Hitzschlag zusammengebrochen und in ein Krankenhaus gebracht worden. In der Klinik soll Matsuda einen Herzinfarkt erlitten haben. Zunächst hatten die Ärzte den Zustand des weiterhin bewusstlosen Matsuda als «extrem kritisch» bezeichnet.

Der Verteidiger hatte bei der Heim-WM 2002 alle vier Partien für sein Land bestritten - insgesamt absolvierte er 40 Länderspiele. 2003 und 2004 wurde Matsuda mit Yokohama F. Marinos Meister der japanischen J-League. 385 Mal kam er für den Club in der Profiliga zum Einsatz. Seit 2011 spielte er für den Drittligisten Matsumoto Yamaga nordwestlich von Tokio.

FIFA-Präsident Joseph Blatter schickte umgehend eine Beileidsbekundung nach Japan. «Mit traurigem Herzen schreibe ich heute, da ich vom Tod Naoki Matsuda erfahren habe, dem legendären Verteidiger des japanischen Nationalteams», hieß in einer Mitteilung auf der Homepage des Weltverbandes (FIFA). Die Fußballfamilie stehe trauernd an der Seite von Matsudas Familie und Freunden.

«Er war ein herausragender Fußballer. Das macht einen schon traurig, wenn so ein Sportsmann so früh stirbt», sagte Weltmeister Guido Buchwald, der in Japan von 2004 bis 2006 die Urawa Red Diamonds trainierte. «Ich hatte mich mal damit beschäftigt, ihn zu Urawa zu holen. Er war kein typischer Abwehrspieler. Er war auch jemand, der gut organisieren konnte und nach vorne gegangen ist. Er war ein klasse Fußballer.»

Vor Matsuda waren schon mehrfach Profis bei Spielen oder im Training gestorben. Prominentester Fall war der Herztod des Kameruners Marc-Vivien Foé (28) beim Confederations Cup 2003. Im August 2009 starb der Kapitän des Erstligisten Espanyol Barcelona, Dani Jarque (26) während eines Trainingslagers im italienischen Mannschaftsquartier an plötzlichem Herzversagen. In Spanien sorgte 2007 der Tod des Profis Antonio Puerta (22) für große Trauer. Puerta kollabierte im Ligaspiel seines Clubs FC Sevilla gegen FC Getafe und starb drei Tage später.

«Es ist fürchterlich, jemanden in so jungem Alter sterben zu sehen. Es ist ein großer Schock. Er war ein großartiger Junge und ich habe mich ihm eng verbunden gefühlt», sagte Philippe Troussier über den Tod Matsudas. Unter dem französischen Trainer hatte er sein Nationalelfdebüt bei den «Blauen Samurai» gegeben und die WM 2002 bestritten. In Japan herrschen derzeit Rekordtemperaturen, die bereits zu mehreren Todesfällen geführt haben, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.