Seoul (dpa) - Ein internationaler Verbrecherring soll mit Hilfe von Computerkriminellen aus Nordkorea Preispunkte von Onlinespielen gestohlen und damit eine Millionenbeute gemacht haben.

Fünf Verdächtige, darunter vier Südkoreaner und ein Chinese koreanischer Herkunft, wurden in diesem Fall festgenommen, wie die Polizei in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul am Donnerstag mitteilte. Ihnen wird die Produktion und Verteilung illegaler Computerprogramme vorgeworfen.

Die Beschuldigten hätten mit mehr als 30 Hackern zusammengearbeitet, die an Elitehochschulen im kommunistischen Nordkorea ausgebildet worden seien, hieß es. Auch gegen weitere mutmaßliche Mitglieder der kriminellen Organisation werde ermittelt. Die Bande soll die Nordkoreaner in China für ihre Pläne rekrutiert haben.

Zusammen mit den Nordkoreanern hätten Mitglieder des Rings Programme entwickelt, mit deren Hilfe man in die Spieleserver eindringen könne. Die Programme seien dann an Klienten in China und Südkorea weitergeleitet worden, die sie zum Datendiebstahl eingesetzt hätten.

Die auf den Spiele-Plattformen im Internet gestohlenen Punkte hätten über Online-Tauschbörsen gegen Geld eingetauscht werden können. Auf diese Weise habe die Bande seit Juni 2009 mehr als sechs Milliarden Won (etwa vier Millionen Euro) erbeutet.

Das Geld wurde den Angaben zufolge mit den Tätern aus Nordkorea geteilt. Die Polizei verdächtigt diese, einen Teil des Geldes an das Regime in Pjöngjang überwiesen zu haben. Südkoreanische Behörden beschuldigen Nordkorea, für eine Reihe von Hackerangriffen in Südkorea in den vergangenen Jahren verantwortlich zu sein.