Medias (dpa) - Der selbst ernannte «Karnevalsverein» FSV Mainz 05 hat sich auf internationalem Parkett zur Lachnummer gemacht und der Fußball-Bundesliga eine historische Pleite beschert.

Nach einem 3:4 im Elfmeterschießen bei Gaz Metan Medias schieden die Rheinhessen als erstes deutsches Team in der Qualifikation der Europa League aus und können sich nun ganz auf ihre nationalen Aufgaben konzentrieren.

Nach 120 Minuten hatte es wie im Hinspiel 1:1 gestanden. Marcel Risse brachte die Mainzer in der 31. Minute in Führung, die Thaer Bawab (62.) für die allenfalls zweitklassigen und in der Verlängerung sogar in Unterzahl spielenden Rumänen ausglich. Im Duell vom Punkt versagten dann Sami Allagui und Elkin Soto die Nerven. FSV-Torwart Christian Wetklo konnte nur einmal parieren.

«Wir müssen damit jetzt umzugehen lernen. Es ist bitter. Wir hatten in beiden Spielen ein unglaubliches Chancenplus. Aber wir haben selbst schuld, dass wir ein Elfmeterschießen zugelassen haben», sagte Trainer Thomas Tuchel. Es würden «die letzten zehn Meter im Spiel fehlen», fügte er hinzu. «So kriegen wir keine Ruhe.» Auch sein Kapitän Nikolce Noveski konnte das Aus kaum fassen: «Wir hatten viele Chancen, haben aber wieder nur ein Tor gemacht. Wir sind sehr enttäuscht.»

Tuchel setzte auf ein 4-3-1-2-System, in dem Risse neben Anthony Ujah als zweite Sturmspitze agierte. Dieser Schachzug ging zunächst nicht auf, denn wie schon zuletzt im DFB-Pokal beim Fünftligisten Zweibrücken taten sich die Mainzer in der Offensive erst einmal äußerst schwer.

Ein durchdachtes Angriffsspiel bekamen die rund 300 mitgereisten Fans des Bundesligisten in der ersten halben Stunde nicht zu sehen, und auch Chancen gab es keine. Stattdessen leisteten sich die Rheinhessen eine Vielzahl überflüssiger Ballverluste, die die Rumänen zum Glück nicht zu nutzen wussten.

So plätscherte das Spiel auf unterstem Niveau zwischen den Strafräumen dahin, ehe Risse zuschlug. Der im Vorjahr von Bayer Leverkusen ausgeliehene und im Sommer fest verpflichtete Angreifer nahm einen Pass von Geburtstagskind Bo Svensson (32) gekonnt mit und vollendete aus vollem Lauf mit einem Schuss ins lange Eck.