Wacken (dpa) - Sie kommen im Bärenfell oder Schottenrock, haben Gummistiefel mit Zebramuster an den Füßen oder Lack-Pumps - auf dem Wacken Open Air (W:O:A) in Schleswig-Holstein gibt es keine Kleider-Ordnung. Erlaubt ist, was gefällt. Auch wenn die meisten Besucher schwarz gekleidet sind wie ihre Idole auf der Bühne. Zum Beispiel Alt-Rocker Ozzy Osbourne. Der 62-Jährige selbst ernannte «Prince Of Darkness» setzte auch auf dem W:O:A unverändert auf sein düsteres Image.

Im Gegensatz zu einigen weiblichen Besuchern. Statt in klobigen, ungeputzten Stiefeln kamen sie mit zierlichen High Heels und verzichteten auch auf schwarze und abgetragen wirkende Garderobe mit zerrissenen Netzstrümpfen. Stattdessen präsentierten sie sich auf dem Festival in aufreizend sexy Outfits.

«Hier kann ich aus meinem Alltag ausbrechen und auffallen», sagte Julia Diekmann. Die 23-Jährige aus Potsdam muss in ihrem Job als Rechtsanwaltsgehilfin einen konservativen Look tragen. In Wacken trägt sie Lackleder. Sie wohnt während des W:O:A gemeinsam mit einer Freundin in einem kleinen Zweimann-Zelt. «Das Zelt nehmen wir nur zum Umziehen», sagt sie. Geschlafen wird - «wenn überhaupt» - in ihrem alten Opel Astra. In dem Wagen kann sie auch Geld und Kleidung sicher verschließen.

Das ist wichtig, denn «Langfinger» sind auch in diesem Jahr sehr aktiv auf dem W:O:A. Am Donnerstag schnappte die Polizei gleich drei Banden. Trotz Warnung durch Veranstalter und Polizei seien allein an dem Tag mehr als 150 Diebstähle angezeigt worden, sagte Polizeisprecher Michael Baudzus. Die Diebe nutzten meist die Dunkelheit der Nacht, um auf den angrenzenden Campingplätzen aus leerstehenden Zelten Laptops, Handys und Bargeld zu stehlen.

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