Bayreuth (dpa) - Mit heftiger Kritik an den Kürzungen der Zuschüsse von Bund und Land hat in Bayreuth das 61. Festival junger Künstler begonnen. Intendantin Sissy Thammer verwies darauf, dass das Festival seit Jahrzehnten der Förderung der internationalen Jugendarbeit und Friedensarbeit verpflichtet sei.

Das Festival habe den Aufbau neuer Demokratien in Osteuropa ebenso unterstützt wie die Versöhnung von Israelis und Palästinensern, erklärte Thammer. «Gemeinsamkeiten von scheinbar sich fremd Gegenüberstehendem werden erlebbar gemacht, Unterschiede als Chance zum schöpferischen Dialog entdeckt.»

Zum Gesamtetat von rund 450 000 Euro hat der Bund zuletzt rund 120 000 Euro beigesteuert, der Freistaat Bayern knapp 60 000 Euro. Zwar sei eine geplante Kürzung von 80 Prozent auf 30 Prozent reduziert worden. Dennoch fehlten knapp 60 000 Euro im Budget, betonte Thammer.

Sie erinnerte an den interkulturellen Auftrag des Festivals, ein Miteinander der Kulturen, der Nationen und der Generationen zu schaffen. So widmet sich etwa das Projekt «Orient meets Occident» in diesem Jahr der Revolution in den arabischen Ländern. Im Workshop «Zwei Welten - eine Musik?» sollen durch die Verknüpfung europäischer mit orientalischer Musik neue Klangwelten geschaffen werden. Das Projekt soll laut Thammer die Themen des Arabischen Frühlings aufgreifen und die besondere Vorreiterrolle der Kultur aufzeigen.

Inhaltlich steht das 61. Festival junger Künstler mit 300 Teilnehmern aus 34 Ländern bis zum 28. August unter dem Leitmotiv «Zukunftsmusik! Franz Liszt. Richard Wagner. Gustav Mahler.» So studieren die 125 Mitglieder des Symphonieorchesters Liszts symphonische Dichtung «Die Ideale» und Bruchstücke aus Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» ein. Der Musiktheater-Workshop dreht sich um den 100. Todestag von Gustav Mahler.

Festival junger Künstler