Karlsruhe (dpa) - Der Energiekonzern EnBW will seine Zusammenarbeit mit Stadtwerken intensivieren. Aus Konkurrenten sollen Partner werden. Dabei will Unternehmenschef Hans-Peter Villis auch Neugründungen von Stadtwerken unterstützen.

Ein Sprecher bestätigte am Samstag in Karlsruhe einen Bericht der «Wirtschaftswoche». Ende Mai hatten EnBW-Mitarbeiter noch gegen die Entscheidung der Stadt Stuttgart protestiert, ihre Energieversorgung künftig mit eigenen Stadtwerken wieder selbst in die Hand nehmen will.

Nach Angaben der EnBW gibt es bereits rund 40 Partnerschaften mit Stadtwerken. «Das ist also keine wirklich neue Strategie», sagte der Sprecher. Angestrebt werde immer eine Mehrheitsoption, aber der Konzern gebe sich auch mit Minderheitspositionen zufrieden und lasse den beteiligten Kommunen den Vortritt. Ein Beispiel dafür seien die Stadtwerke Karlsruhe, an denen EnBW 20 Prozent der Anteile halte.

Zudem wirbt der EnBW-Chef seit mehreren Wochen dafür, dass sich Stadtwerke gemeinsam mit seinem Konzern am Aufbau von Windrädern im Land beteiligen. Dadurch erhofft er sich auch mehr Rückhalt in der Bevölkerung für die nicht immer unumstrittenen Räder. Bereits beim Bau des Windparks Baltic 1 in der Ostsee habe der Konzern 19 Stadtwerke, davon die Mehrzahl aus Baden-Württemberg, mit ins Boot geholt. Sie erwarben Optionen auf 24 Megawatt und damit knapp die Hälfte der Gesamtleistung.