Stuttgart (dpa) - Als Shinji Okazaki den Ball kurz vor Schluss auch noch spektakulär zum 3:0 (1:0) gegen Schalke 04 in den oberen linken Torwinkel jagte, war klar: Es war ein Tag wie aus dem Drehbuch für den VfB Stuttgart.

Der Verein bejubelte nicht nur einen perfekten Start in die neue Bundesliga-Saison, sondern auch eine erfolgreiche Einweihung seines Stadions. Die Tore von Cacau (37. Minute), Martin Harnik (56.) und Okazaki (89.) ließen die 60 000 Zuschauer in der zwei Jahre lang für rund 60 Millionen Euro zum reinen Fußball-Tempel ausgebauten Arena gar nicht mehr aus dem Feiern herauskommen.

«Das ist ein Festtag für den ganzen Verein. Und es ist schön, dass wir unseren Teil dazu beitragen konnten», sagte VfB-Coach Bruno Labbadia. Seine als notorischer Fehlstarter verschriene Mannschaft führt die erste Tabelle der Saison nun zumindest für eine Nacht an.

Den Schalkern blieb die Erkenntnis: «Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen», meinte Coach Ralf Rangnick. Auch wenn Torwart Ralf Fährmann einschränkte: «Dieses 0:3 haben wir nicht verdient. Um von einem Fehlstart zu sprechen ist es noch zu früh. Dazu haben wir in der Vorbereitung viel zu gut gearbeitet.»

Bei den Stuttgartern setzte die Partystimmung schon vor dem Spiel ein, als sie ihr Stadion mit einem rot-weißen Fahnenmeer und Altstars wie Guido Buchwald oder Karlheinz Förster einweihten. Die Mannschaft tat anschließend auch alles dafür, um diese «fantastische Atmosphäre» (Sportdirektor Fredi Bobic) möglichst lange zu konservieren. Der VfB begann mit großer Leidenschaft und setzte Schalke anfangs unter Druck. Chancen für Harnik (12.) und zweimal Cacau (14./20.) waren der Lohn für diesen engagierten Start.

Der Pokalsieger brauchte länger, um ins Spiel zu finden. Wenn er einmal vor das VfB-Tor kam, wurde es aber auch gleich gefährlich - so bei den Chancen von Alexander Baumjohann (17.) und Kyriakos Papadopoulos (25.). Richtig in den Griff bekam Schalke das Spiel aber ausgerechnet erst in jener Phase, als die Stuttgarter in Führung gingen: Nach einem Eckball von Tamas Hajnal drückte Cacau eine Kopfballvorlage von Maza aus kurzer Entfernung über die Linie.

«Unser Verhalten bei Standardsituationen war heute ein Problem», kritisierte Rangnick. Dazu kam: «Bei Ballbesitz des Gegners hat man bei uns schon einen Unterschied zur letzten Saison gesehen. Bei eigenem Ballbesitz hatten wir aber Probleme.»