Berlin (dpa) - Die höchste Heimspielniederlage von Energie Cottbus im Profigeschäft hat den Lausitzern den Sprung an die Fußball-Tabellenspitze der 2. Bundesliga verwehrt. Gegen 1860 München kam das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz mit 0:5 (0:4) unter die Räder.

Dank des besten Saisonstarts seit 17 Jahren bleibt Fortuna Düsseldorf damit vorerst auf dem ersten Platz. Zum Auftakt des 3. Spieltages bezwangen die Rheinländer den FC Ingolstadt mit 4:1 (1:0). Düsseldorf dicht auf den Fersen ist Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli, der Schlusslicht Alemannia Aachen mit 3:1 (2:1) besiegte. Im dritten Freitagsspiel feierte Union Berlin mit dem 3:0 (1:0) gegen den SC Paderborn den ersten Saisonsieg. Greuther Fürth schaffte mit einem 1:0 (0:0) gegen Dynamo Dresden den ersten Heimsieg der Saison.

Die Münchener unterstrichen mit dem Kantersieg ihre gute Frühform. Vor 11 220 Zuschauern im Cottbuser «Stadion der Freundschaft» führten die Gäste die Lausitzer teilweise vor. Stefan Aigner (2. Minute), Kevin Volland (23.), Daniel Halfar (32.) und der Cottbuser Uwe Hünemeier (40.) mit einem Eigentor machten bereits in der ersten Hälfte den Löwen-Sieg perfekt. Im zweiten Abschnitt traf Benjamin Lauth (72.) in seinem 100. Zweitliga-Spiel. Für die Bayern war es der erste Zweitliga-Sieg der Vereinsgeschichte in der Lausitz.

Die Cottbuser, die nach der 0:3-Pokalblamage in Kiel Wiedergutmachung betreiben wollten, gerieten bereits in der Anfangsphase auf die Verliererstraße. Nach der schnellen Gäste-Führung sah Energie-Spieler Konstantin Engel zudem in der 7. Minute die Rote Karte, nachdem er Lauth kurz vor der Strafraumgrenze gefoult hatte.

Mann des Tages in Fürth war Olivier Occean mit seinem dritten Saisontor (47. Minute). Die Gäste, die die Partie nach zwei Platzverweisen nur mit neun Mann beendeten, müssen weiter auf den ersten Sieg im Unterhaus warten. Von Beginn an war Fürth das dominierende Team, ohne zunächst aber zu klaren Torchancen kommen zu können. Kurz vor der Pause (43.) scheiterte Bernd Nehrig noch mit einem Weitschuss an Gäste-Keeper Dennis Eilhoff.

Kurz nach dem Wechsel war es dann soweit: Occean ließ sich die Einschusschance nicht nehmen. Nur zwei Minuten später (49.) erhielt Dynamo-Kapitän Cristian Fiel nach einer Ellenbogen-Attacke Rot. Als Pavel Fort (70.) wegen Schiedsrichterbeleidigung ebenfalls die Rote Karte sah, war die Partie endgültig entschieden.

Für die Fortuna war es zunächst ein hartes Stück Arbeit. Nur selten kamen die Rheinländer in der ersten Hälfte gefährlich nach vorne. Wie aus dem Nichts war es aber kurz vor dem Wechsel soweit: Routinier Sascha Rösler (43. Minute) traf zur glücklichen Führung. Thomas Bröker (50.) legte nach - und eröffnete turbulente Minuten: Erst verkürzte Moritz Hartmann (53.), nur 45 Sekunden später traf Fortune Oliver Fink. Erneut Bröker machte den Endstand perfekt (72.) - und den besten Saisonstart seit 17 Jahren.