Santa Clara/Berlin (dpa) - Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel hat mit seinem Quartalsabschluss erneut frischen Wind in die Branche gebracht und am Mittwoch auch in Deutschland den Leitindex Dax beflügelt.

Das US-Unternehmen legte bei Gewinn und Umsatz deutlich zu und erfüllte damit seine zuvor abgesenkte Umsatzprognose. Eine solide Nachfrage von Unternehmenskunden und Zuwächse in den Wachstumsmärkten seien Gründe für das gute Quartal, sagte Konzernchef Paul Otellini. Leicht rückläufig war indes das Geschäft mit Netbook-Prozessoren.

Im abgeschlossenen dritten Quartal steigerte Intel die Erlöse im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang um 59 Prozent auf knapp drei Milliarden Dollar hoch. Nach langer Abstinenz und harten Sparauflagen während des Krisenjahres 2009 haben vor allem die Unternehmen-Kunden wieder verstärkt in ihre IT-Ausstattung investiert.

Die Nachfrage von Privatkunden nach Personalcomputern fiel zuletzt aber geringer als erwartet aus. Deshalb hatte Intel Ende August die Umsatzprognose für das dritte Quartal von zuvor bis zu 12 auf etwa 11 Milliarden Dollar gesenkt. «Anfangs war unser Ausblick noch sehr euphorisch», sagte Intel-Deutschland-Chef Hannes Schwaderer. Das Wachstum sei nun zwar geringer ausgefallen, habe sich dann aber im zweistelligen Bereich stabilisiert.

Leicht rückläufig entwickelte sich vom zweiten zum dritten Quartal das Geschäft mit den Atom-Prozessoren, die vor allem in mobilen Geräten eingesetzt werden. Hier ging der Umsatz erstmals um 4 Prozent auf 396 Millionen Dollar zurück. «Das ist im Moment der Kategorie Netbook geschuldet, die derzeit nicht mehr so zulegt wie bisher», sagte Schwaderer. Die abgespeckten Mini-Rechner hatten sich als günstige Alternative zu leistungsfähigen Notebooks als dritte Kraft im PC-Markt schnell durchgesetzt. Der Anteil der Netbooks am gesamten mobilen Markt sei von 19 auf nun 15 Prozent gesunken. «Die Kategorie hat sich im Markt jetzt primär als Zweit- oder Drittgerät stabilisiert.»

Branchenexperten spekulieren, inwieweit der Erfolg des iPads auf Intel lastet. Denn der erste erfolgreiche Tablet-Computer kommt ohne Chips von Intel aus. «Das iPad ist eine tolle, neue Produktkategorie», sagte Schwaderer. Zusammen mit Hardware-Partnern will sich auch Intel ein Stück vom wachsenden Markt sichern. «Wir arbeiten intensiv mit unseren Partnern an vielen neuen Designs.» Der erste, bereits verfügbare Tablet-PC mit Atom-Prozessor ist das in Deutschland entwickelte WeTab. Unter anderem sollen Tablets mit Atom- Prozessor von Cisco, Asus und Lenovo auf den Markt kommen.

Von Intel stammen weltweit vier von fünf verkauften Prozessoren, die Herzen der Computer. Im klassischen Geschäft erwarte Intel in den nächsten zwei Jahren ein Wachstum von 50 Prozent, sagte Schwaderer. Auch das vierte Quartal soll erneut ein Rekordquartal werden. «Wir wollen die 40 Milliarden Dollar-Grenze knacken.» Für das laufende Quartal rechnet Intel mit Umsätzen zwischen 11 und 11,8 Milliarden Dollar.