Berlin (dpa) - Nokia legt seit 2005 Jahr für Jahr ein neues Smartphone der Modellreihe N auf.

Aber richtig glücklich ist der Marktführer nicht damit geworden - im lukrativen Geschäft mit den Internet-Handys geben die Konkurrenten Apple und Google den Ton an, und Microsoft will es mit Windows Phone 7 jetzt auch noch einmal wissen. Die Finnen wollen von der Spitze aus die Wende im Abwärtstrend erzwingen, mit neuen Managern und einem neuen Flaggschiff, dem Multimedia-Smartphone N8.

«Das N8 ist ein wichtiger Meilenstein für uns», sagte Smartphone-Chef Anssi Vanjoki kurz vor seinem Ausscheiden auf der «Nokia World» Mitte September in London. An der Spitze räumte Vorstandschef Olli-Pekka Kallasvuo seinen Platz für Stephen Elop, der von Microsoft kommt und die Firmenstrategie mehr als bisher auf die USA ausrichten soll.

Im Wettbewerb mit iPhone und Android wirkte das Nokia-System Symbian zuletzt ziemlich verstaubt. Das N8 ist jetzt das erste Smartphone mit einer neuen Version dieser mobilen Plattform. «Symbian 3 ist eine Verbesserung gegenüber früheren Versionen der Software», antwortet die Smartphone-Expertin Carolina Milanesi vom Marktforschungsinstitut Gartner auf eine Anfrage von dpa. Aber «Nokia wird die Benutzerfreundlichkeit weiter verbessern müssen.»

Ein erster Praxistest mit dem N8 zeigt, dass es insbesondere beim Web-Browser noch Nachholbedarf gibt. Um eine neue Webseite zu öffnen, muss man nicht nur die Adresse eingeben, sondern mit dem Finger zusätzlich drei Mal auf unterschiedliche Schaltflächen tippen. Aber immerhin: Der Touchscreen reagiert zuverlässig und einigermaßen flott.

Fortschritte sind bei der sonstigen Software-Ausstattung zu erkennen, die dem Trend zu Sozialen Netzwerken Rechnung trägt. Auf der Startseite zeigen waagrechte Balken die bevorzugten Kontakte oder die neuesten Facebook-Mitteilungen an. Ohne die Facebook-Anwendung starten zu müssen, kann man auf der Startseite durch die letzten Statusmeldungen der Kontakte blättern. Zu den Highlights gehört die kostenlose Navigationssoftware, die von der Nokia-Tochter Navteq bereitgestellt wird. Die funktioniert auch ohne Datenverbindung, was insbesondere bei Fahren im Ausland die Telefonrechnung entlastet.

Der N8-Nutzer kann drei «Home Screens» nach eigenen Wünschen gestalten und etwa mit Bookmarks oder Symbolen für bestimmte Programme belegen. Rund 13 000 Anwendungen gibt es laut Nokia derzeit im «Ovi Store».